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Apotheker sammeln Unterschriften gegen Online-Konkurrenz

Apotheken vor Ort erhalten – keine Benachteiligung gegenüber Online-Apotheken! Mit diesem Ziel beteiligen sich die Apotheker im Kreis Unna an einer bundesweiten Unterschriftenaktion, die bis zum 1. März läuft.

Die Aktion richtet sich gegen die Konkurrenz der Online-Apotheken. Diese sollen nur rezeptfreie Medikamente verschicken dürfen, fordern die heimischen Apotheker.

Ausländische Versandapotheken bieten Medikamente inzwischen oft erheblich preisgünstiger an als Apotheken vor Ort. Die Preisbindung hatte der Europäische Gerichtshof gekippt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/eugh-erklaert-preisbindung-fuer-medikamente-fuer-rechtswidrig-a-1117279.html

Eine Folge des Urteils könnte sein, dass europäische Versandapotheken ihren Kunden Boni auf verschreibungspflichtige Medikamente gewähren, fürchten die Apotheker.

Sie wollen mit ihrer Aktion auch der Politik signalisieren,  dass „der Wunsch nach dem Erhalt der Versorgungsstrukturen in der Bevölkerung groß ist“, heißt es bei der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Es sei wichtig, den Versandhandel – wie in den meisten europäischen Ländern auch – auf nicht verschreibungspflichtige Medikamente zu begrenzen.

Der Sprecher der Apothekerschaft im Kreis Unna, Johannes Hermes, fügt kritisierend hinzu: Versender aus dem Ausland würden weder Not- noch Nachtdienste übernehmen, sich nur die Rosinen herauspicken. Das könne vor allem Apotheken auf dem Land oder in den Stadtteilen die Existenz kosten.

Die Innenstadt von Unna ist mit derzeit 7 Apotheken bestückt.

 

Kommentare (12)

  • Helmut Brune

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    Der Handel in Medikamenten scheint Gewinnbringend zu sein. Hier haben wir einige Geschäfte und auch einen Stand auf dem Wochenmarkt, die ausschließlich Medikamente verkaufen. Zu ihren Kunden gehören in der Mehrzahl Deutsche.

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    • Silvia Rinke

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      :-O Medikamente vom Wochenmarkt? Sachen gibt´s….

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      • luenne

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        in Holland gibt es doch auch im Supermarkt Medikamente.
        Bei den 2 Brüdern in Venlo schön Ibuprofen und Paracetamol auf dem Wühltisch :-)
        Da habe ich auch doof geguckt .-)

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        • Silvia Rinke

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          Ich kenne das noch aus den 90ern aus Amerika… da machst du große Augen, auch bei den Preisen..

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  • ketzer

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    Ich beschränke mich auf heimische Apotheken, finde das Online Angebot aber gut.
    Da sehen die heimischen Apotheken wohl ihre Pfründe schwinden.

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  • Jörg Bauer

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    Pfründe schwinden. Genau !

    Selber Schuld, wenn ich mich dem Bedarf der Kundschaft nicht anpassen möchte.
    Jammern rum, aber geben den Kunden, die Medikamente für paar Tausend Euro benötigen, noch nicht mal eine kleine packung Aspirin als Dankeschön. Und von Lieferdienst für Gehbehinderte ganz zu schweigen. Da geht man zur Apotheke, die hat das Medikament nicht auf Lager, es wird bestellt und man darf dann noch zweimal zur Apotheke latschen, weil es zum zugesagten Termin immer noch nicht da war.
    Niemand braucht so viele Apotheken. Und eine Konkurrenz jetzt nur beim Onlinehandel und nicht auch bei den fünf Apotheken um die Ecke auszumachen, ist auch nicht fair.
    Übrigens kann man sogar schon beim Discounter Medikamente kaufen, in der Drogerie und bei Amazon. Wollt ihr gegen die alle auch noch klagen ?
    Also liebe Apotheker, bleibt auf dem Teppich, ihr kassiert schon genug. Ich habe noch nie von einer Apotheke gelesen, die Insolvenz anmelden musste. Da scheint also noch Luft zu sein….

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  • Markus Antonius

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    Bitte genauer hinschauen. Es gibt für Medikamente in Deutschland so etwas wie eine gesetzliche Preisbindung – die Abgabe erfolgt zu von Pharmaindustrie und Krankenkassen ausgehandelten verbindlichen Preisen. Dies schließt auch die Rabatte ein, welche die Apotheker den Krankenkassen zu gewähren haben. Rabatte an die Endkunden sind den Apotheken nicht erlaubt.
    Ziel dieses regulierten Marktes ist es, die Versorgung auch in der Fläche zu gewährleisten. Denn leider schickt mir DocM oder Apotheek nichts, was ich sofort einnehmen kann, wenn ich abends oder am Wochenende aus der Notfallpraxis komme. Und nur von den im Notdienst verkauften medikamenten wird keine Apotheke überleben können. Wir zahlen also auch für die Versorgungssicherheit.
    In Frankreich gab (vielleicht ist das noch heute so) eine Beschränkung ähnlich wie bei den Kassenärzten: ein Sitz für x-tausend Einwohner. Bei den Kassenärzten funktioniert dass nicht. Sonst wären nicht so viele Kassenarztsitze im ländlichen Raum vakant.
    Und was die Markthändler und Medikamente angeht: wird gewährleistet, dass die Medikamente durchgängig im vorgeschriebenen Temperaturbereich gelagert werden? Dass geschultes Personal verfügbar ist, wenn ich Rückfragen habe? Dass die Verschwiegenheit garantiert ist?

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    • luenne

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      Die Preisbindung gilt aber nur für Rezeptpflichtige Produkte.

      “ wird gewährleistet, dass die Medikamente durchgängig im vorgeschriebenen Temperaturbereich gelagert werden? Dass geschultes Personal verfügbar ist, wenn ich Rückfragen habe? Dass die Verschwiegenheit garantiert ist? “
      Ist das alles in der Apotheke garantiert ?
      Geschultes Personal was ich schon an falsch Beratung und falschen Medikamenten erlebt habe …
      Ich will gar nicht wissen wie es ausgegangen wäre wenn ich das Mittel meiner kleinen Tochter gegeben hätte.
      Man sollte sich alles genau anschauen auch wenn es einem ein Apotheker empfielt oder ein Artzt verschreibt.
      Die einzige Garantie die man hat, ist das nichts Garantiert ist!

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  • Silvia Rinke

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    Kommentare auf Facebook:

    Silke Krüger wird Zeit das sich die Geschäfte an andere Preise gewöhnen, die horrenden Gewinnspannen sieht man wenn man vergleicht, manche Medikamente sind im Ladengeschäft doppelt so teuer wie online. Ich kaufe nur noch online und das schon seit Jahren.

    Rundblick Unna Ketzer kommentiert via Rundblick Unna: Ich beschränke mich auf heimische Apotheken, finde das Online Angebot aber gut.
    Da sehen die heimischen Apotheken wohl ihre Pfründe schwinden.

    Helmut Brune Der Handel in Medikamenten scheint Gewinnbringend zu sein. Hier haben wir einige Geschäfte und auch einen Stand auf dem Wochenmarkt, die ausschließlich Medikamente verkaufen. Zu ihren Kunden gehören in der Mehrzahl Deutsche.

    Rundblick Unna :-O Medikamente vom Wochenmarkt? Sachen gibt´s….

    Helmut Brune Ja wirklich. Samstags kommen immer unheimlich viele Deutsche nach Enschede zum Markt.

    Rundblick Unna Schräg.

    Helmut Brune In holländischen Apotheken ist es sogar so, wenn du ein Medikament auf Rezept abholen willst, fragen die dich, ob du damit vertraut bist und erklären dir die Handhabung. Das Gespräch kostet dich dann 6 Euro.

    Rundblick Unna :-O Wer bezahlt denn für dieses Gespräch 6 Euro…?

    Doris Hegemann-Lenz Es wird solange online gekauft bis fast alle örtlichen Apotheken schließen müssen.
    Ich gehe in die Apotheke! Dort kann man mich ordentlich beraten.
    Besonders für ältere Mitbürger ist die Apotheke ein Ort der Begegnung und des Vertrauens.
    Online Medikamente, online Bücher, online Liebe, online überhaupt alles.

    Rundblick Unna (sia) Eine gesunde Mischung aus Online und Vorort wäre denke ich wünschenswert – viele Händler reagieren ja auch schon auf die wachsende Onlinenachfrage und bieten sowohl vor Ort wie online an. Es gibt viele Fälle, in denen das funktioniert. :-)

    Peter Locke Aspirin ist in Spanien auch günstiger warum auch immer

    Klaus Neuendorf Wir versorgen uns in Spanien auch immer. Und nicht nur Aspirin ist preiswerter. Aber den Deutschen Michel kann man ja locker abzocken, nicht nur bei Medikamenten. Autos sind in anderen EU – Ländern auch oft um einiges preiswerter bei gleicher Ausstattung

    Peter Köhler Pfründe! Um was anderes geht es nicht.

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  • Burkhard

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    Also ich möchte mal eine Lanze für die ortsansässigen Apotheken brechen. Wenn ich akut krank bin und ein rezeptpflichtiges Medikament benötige, nützen mir irgendwelche Rabatte bei Online Apotheken gar nichts. Ich brauche das Medikament dann sofort und nicht in drei Tagen. Und was die freiverkäuflichen Medikamente angeht, kann man auch mit den ortsansässigen Apotheken über Preise sprechen. Ich möchte ehrlich gesagt nicht auf die örtliche Apotheke (Notdienst, etc.) verzichten. Geiz ist nämlich nicht immer geil.

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  • Mike

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    Meine rezeptpflichtigen Sachen hole ich in der Apotheke vor Ort, meist bekommt man dazu dann sogar noch Bonuspunkte, ist also nicht so, daß die Apotheker vor Ort keine Kundenbindung machen könnten.
    Andere Sachen jenachdem, hat meine Apotheke da konkurrenzfähige Preise kaufe ich dort, ansonsten bestelle ich bei einem Apotheker mit Ladengeschäft die Sachen Online, also nicht in einer reinen Onlineapotheke.

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