Rundblick-Unna » Anwohner erfahren per Zufall von weiterer Flüchtlingsunterkunft – CDU Fröndenberg fordert mehr Transparenz

Anwohner erfahren per Zufall von weiterer Flüchtlingsunterkunft – CDU Fröndenberg fordert mehr Transparenz

Rein zufällig erfahren Anwohner von einer weiteren Unterkunft für Flüchtlinge in Fröndenberg, konkret in Dellwig – und selbst die Kommunalpolitik hat keine Ahnung, was da mit wem was plant. „So etwas geht nicht“, kritisiert die CDU in Fröndenberg. Sie fordert von Bürgermeister Rebbe – ähnlich wie vorletzte Woche die Freie Liste Unna von Bürgermeister Kolter –  mehr Transparenz in der wichtigen Flüchtlingsfrage.

„Auf keinen Fall darf es, wie kürzlich geschehen, passieren, dass Anwohner zufällig von der Einrichtung einer weiteren Unterkunft für hier eintreffende Flüchtlinge erfahren und selbst die Kommunalpolitik nicht im Bilde ist“, mahnt die CDU-Vorsitzende Sybille Weber. Im Fröndenberger Westen, in Dellwig, haben die Stadtwerke ein bisher als Lager genutztes Wohngebäude für die Unterbringung einiger Asylbewerber zur Verfügung gestellt. Kommuniziert wurde dies wenn, dann nur sehr unzureichend, moniert die CDU-Vorsitzendet: „Denn Fakt ist, dass die Nachbarn auf die Barrikaden gegangen sind, als sie erfuhren, was geplant ist.“ Nicht, weil wenige Asylbewerber in dem Haus unterkommen sollen! Sondern weil sie dies – als direkte Nachbarn – nur per Zufall von den Handwerkern erfuhren, die das Gebäude gerade umbauen.

Sibylle Weber kritisiert denn auch mitnichten das zur Verfügungstellen des Hauses für Flüchtlinge. „Doch mein Ratskollege Rudi Hölmer aus Langschede wusste von nichts, als Bürger ihn ansprachen. Das geht natürlich gar nicht!“

Fröndenberg ist für seine Offenheit und seine Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen bekannt. Mitten in der Innenstadt lädt z. B. jeden Samstag von 10 bis 13 Uhr das städtische Alleecafé zum „Flüchtlingscafé“ ein (im Bild). Mit dem Ziel, dass sich die Bevölkerung und die Neuankömmlinge bei Kaffee und Waffeln gegenseitig kennenlernen, dass durch Kontakt Verständnis wächst. Diese Offenheit „den Fremden“ gegenüber soll so bleiben, wünscht es sich die CDU dringend. „Offenheit und Information helfen dabei, die Einwohner ,mitzunehmen´, Verständnis zu wecken, aber auch mitunter kritische Fragen zu klären.“ 

Café der Begegnung (2)

Begegnung ermöglichen, Verständnis fördern. Syrische Jungs im „Café der Begegnung“ in Fröndenberg.


In umliegenden Kommunen wie Wickede/Ruhr oder Ense habe es schon mehrfach Bürgerversammlungen „zu diesem sensiblen Bereich“ gegeben, erinnert Sybille Weber. Auch die Bürgermeister im Nordkreis – Bergkamen, Selm, zuletzt Kamen – versuchen ihre Bürger „mitzunehmen“, wie von Rundblick schon häufig berichtet.

Kamens Stadtchef Hermann Hupe wandte sich erst in der vorigen Woche mit einer umfangreichen Erklärung an die Einwohner seiner Stadt, als er ihnen mitzuteilen hatte, dass die Stadt ein ehemaliges (jetzt freies) Seniorenzentrum ganz nah an der Innenstadt für Flüchtlinge bereiten will. Alle Bürgermeister, die bisher offen über geplante neue Einrichtungen informierten, verbanden ihre Mitteilungen mit eindringlichen Appellen für Toleranz, Respekt und Mitmenschlichkeit. Das kam bei den Bürgern insgesamt sehr gut an.

Hingegen war in Unna erst eine offizielle Anfrage im Rat erforderlich (gestellt von der Freien Liste Unna – FLU), bis Bürgermeister Kolter über den Sachstand in der Landesstelle Massen berichtete. Sie ist momentan überbelegt (1100 statt 600-800 Menschen sind dort untergebracht), das erfuhren die Anwohner – ähnlich wie jetzt in Fröndenberg – zuerst ebenfalls nur durch Hörensagen und über Umwege. Bis zu der offiziellen Ratsanfrage der Freien Liste, die im Rat Unna gerade mal zwei Vertreter hat.

In Fröndenberg ist der Patenschaftskreis sehr rege für Flüchtlinge im Einsatz. „Vor einer Woche hielt Karin Eckei bei der Frauen Union einen höchst lebendigen Vortrag zum Thema“, schildert CDU-Chefin Weber, „sie erzählte anschaulich aus eigenem Erleben über ihre Erfahrungen im Patenschaftskreis und die vielfältigen Probleme, mit denen die Asylsuchenden in Fröndenberg, die Helfer und natürlich auch die Stadtverwaltung konfrontiert sind. An diesem Vormittag wurde wiederum deutlich, wie wichtig es ist, die Bevölkerung ständig über die Ereignisse auf dem Laufenden zu halten.“

Die CDU der Ruhrstadt regt daher an, kurzfristig auch in Fröndenberg einen entsprechenden Informationsabend zu planen, bei dem die Stadt ihre Pläne erläutern kann. Dabe könne außerdem den Patenschaftskreis zu Wort kommen zu lassen, um einen Eindruck möglicher Unterstützung zu vermitteln und gegebenenfalls weitere Ehrenamtliche zu gewinnen.

 

 

Kommentare (26)

  • Dominik Brauckmann via Facebook

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    Ist doch immer so. Gut das Demokratie bedeutet das alle macht vom Volk ausgeht. Aber das sind die die es als letzte erfahren. Aber selbst schuld wer die Parteien wählt muss nachher die scheiße ausbaden.

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  • Johanna Müller Lassowski via Facebook

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    Tanni Krause lies mal bitte…

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  • Fürst

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    • Dominik Brauckmann via Facebook

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      Und es ist jedesmal mal das gleiche bei den gleichgeschalteten medien. Alles ok. Macht euch keine Sorgen. Es wird echt Zeit dem treiben ein Ende zu setzen.

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      • Fürst

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        Ja, schrecklich, diese Verharmlosungsstrategie, Volksverarschung pur. Schrecklich auch die gleichgeschalteten Medien, wobei ich den Rundblick echt ausnehmen kann. Die Journalistenbrut lauert auf politische Pöstchen und traut sich kaum, mal aufzumucken, inqusitorisch zu sein. … und immer schön traurige Kinder zeigen, um das Volk milde zu stimmen. Die deutsche Politik: zum Kotzen. Und dann noch dieser Nuschel-Schweiger. Hoffentlich gibt es einen Wahl-Ruck!!!!

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Das von Fürst verlinkte Medium berichtet doch über den Fall, Dominik Brauckmann.

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    • Dominik Brauckmann via Facebook

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      Es steht aber trotzdem drin das keine Gefahr besteht. Damit die Schäfchen auch ja keine angst bekommen. Aber Seuchen werden unsere kleinstes Probleme sein in naher zukunft.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Nun ja, die kommunalen Vertreter oder auch Hilfsorganisationen wie DRK und Caritas machen ihre – gravierenden – Sorgen inzwischen durchaus öffentlich, Dominik Brauckmann.

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    • Dominik Brauckmann via Facebook

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      Aber es interessiert doch kein schwein.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Den Eindruck haben wir inzwischen nicht mehr.

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  • Rundblick Unna via Facebook

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    Zur Klarstellung. Beschimpfungen und rassistische Beleidigungen werden kommentarlos von uns gelöscht; das ist eben geschehen und betraf keinen der hier anwesenden User. Bei Wiederholungsfällen sperren wir. Bitte diskutiert gern kontrovers – aber sachlich. Das geht. Wurde hier oft genug schon bewiesen. Vielen Dank.

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  • Neki Nehat via Facebook

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    Nochmal : ich bin mit der Politik nicht einverstanden! Am besten währe es wenn alle ausreisen !

    Denn es ist möglich das mal in den Ländern aufgeräumt wird ! Dann können alle nach Syrien zurück !!!!

    Und das sage ich als „Ausländer „!!

    Ich gehe arbeiten , vermülle das Land nicht ! Und habe benehmen !

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    • Fürst

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      Ich zolle Dir/Ihnen absoluten Respekt, Neki Nehat. Auch in meinem Bekanntenkreis gibt es einige „Ausländer“ mit Benehmen, die gegen die „Ausländerflut“, mit sicher einigen „Gefährdern“, sind. Meine Zustimmung auch im Übrigen.

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  • Rani Rani via Facebook

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    Flüchtlinge ja!!!!!!!! ABER NICHT ALLE !!!! Auf der Welt existieren noch andere reiche Länder !!!!

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  • Fürst

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    Ich finde es obergeil, daß und wie andere Länder die Grenzen dicht machen. Dabei wird -u.a. durch schnelle Ausweichrouten- offenkundig, daß und wie sich die Ausländer telefonisch absprechen und mit wirtschaftlichen Erwägungen ihr Ziel bestimmen.

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  • Mike

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    So ist es Fürst, es geht nur zu einem Teil darum vor dem Krieg zu flüchten, wirtschaftliche Erwägungen haben einen sehr großen Anteil ansonsten hätte die Flüchtlingswelle schon viel eher eingesetzt und sie wären mit jedem Land zufrieden wo sie keine Angst mehr vor Krieg haben müssten und sie würden dann auch nicht sagen daß nie mehr zurück wollen. Sie verkaufen dort ihre Häuser, Auto etc. um hier einzuwandern und irgendwie muss es da massive Falschinformationen über u.a. Deutschland geben, daß jetzt solche Maßen aufeinmal kommen, vermutlich haben Schlepper da einen Markt entdeckt und bauen den massiv aus und verbreiten Gerüchte damit immer mehr auswandern.

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    • Fürst

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      ….dem kann ich nur zustimmen. Befürchtend sehe ich schon den Steuererhöhungen und dem „Solidaritätszuschlag“ entgegen – auch als „Werbemaßnahme “ für die Schlepper.

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  • Dirk Arnold via Facebook

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    Das ist erst der Anfang! Wir werden uns noch wundern…Selbst die Politiker haben null Plan und verlangen von uns respektvoll und verständnisvoll damit umzugehen…Die Zukunft wird zeigen, daß wir Recht hatten-wenn die Politiker zurück getreten sind und IHR Leben genießen. Man wird nie ein Flüchtlingsheim in gehobenen Gegenden sehen!! So viel zum Thema mit gutem Beispiel voran gehen…Wir Deutsche und die Flüchtlinge tun mir leid!!!!

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  • Andre Heyn via Facebook

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    Zitat: „Ihr könnt im Wahllokal ankreuzen, wer den Puff besitzt
    Es bleiben immer die gleichen Freier, denen ihr ein‘ lutschen müsst.“ Zitat ende….
    Das Problem sind auch nich die Flüchtlinge, das Problem sind die die diese Menschen zu Flüchtlingen machen.
    Und ich setze Amerika mal auf Platz 1 der liste als schuldigen. Platz 2 nimmt unsere „Regierung“ ein.

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  • Kerstin Richert via Facebook

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    Offenheit und Politik schließen sich gegenseitig aus , genauso wie Wahrheit und Politik

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  • Stefan Werner

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    Der Spaß fängt doch jetzt erst so richtig an! Russland und Amerika toben sich da unten aus, ihre jeweiligen Stiefelknechte (da gehören wir leider auch dazu) mischen mit, in dem irrigen Glauben da irgendetwas ändern oder gar gewinnen zu können. Das vereinte Europa, das in der Tat ein Hirngespinst ist, welches in Jahrzehnten noch nicht einmal einheitliche Verkehrsregeln auf die Kette gekriegt hat, von Existenziellerem wie Bankenregulierung ganz zu schweigen, zerfällt. Und dann macht jeder wieder die Grenzen zu und hofft, den schwarzen Peter weitergeben zu können. Was angesichts der absoluten und totalen Unfähigkeit unserer Merkel/Gabrielregierung wohl für „uns“ schwer werden dürfte. Alles dann ausgetragen auf dem Rücken der Ärmsten hier wie in den Krisenregionen.

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    • Fürst

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      M.E. eine -leider- sehr zutreffende Betrachtung.

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  • Fürst

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    BILD 20.09.15: „Berlin – Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) erwartet angesichts der vielen Flüchtlinge in Deutschland im kommenden Jahr steigende Arbeitslosenzahlen.“
    Verstehe ich nicht, da es doch kürzlich noch hieß, 600.000 offene Stellen seien durch die vielen zugewanderten „Facharbeiter“ zu besetzen.
    Dann wird es wohl soviele zusätzliche Arbeitslose geben, wie „Zuwanderer“ hier angelangt sind. Das, in etwa, war bei realistischer (nicht politischer) Betrachtung anzunehmen. Und nun wundert die NAHLES sich?!

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  • Stefan Werner

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    Nun, ausser Merkel und Gabriel gibt es schliesslich noch reichlich andere blinde und wenig bis unfähige Politiker im Reichstag (und nicht nur da…). Ist (wie in der Wirtschaft auch häufig), an der Spitze oft eben kein Spitzenpersonal. Denn das ist ja mit wirklicher Arbeit eingedeckt und hat keine Zeit sich „hochzuglänzen“ oder zu schleimen oder……

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  • Fürst

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    BILD vom 20.09.15: „Berlin. Laut einem Medienbericht ermittelt das Bundeskriminalamt gegen einen Asylbewerber aus Syrien. Er soll in Syrien für den IS gekämpft haben.“ – Meiner Meinung nach wurde nicht nur ein ISIS-Mitglied als „Schläfer“ hier bei uns eingeschleust.
    Es wird nach der Willkommens-Euphorie hier noch ein böses Erwachen geben.
    Der oben zitierte BILD-Bericht scheint hier nicht willkommen zu sein, wurde heute früh schon einmal entfernt (20.09.15).

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Die Verlnkung wurde deswegen entfernt, Fürst, weil wir 1. nicht ständig fragwürdige Boulevardberichte hier als „Belege“ für was auch immer zitiert haben wollen und weil der Link 2. mit dem Ursprungsthema – Informationspolitik der Stadt Fröndenberg über eine neue Flüchtlingsunterkunft – zum wiederholten Mal nichts zu tun hat. Wir werden diese Verlinkungen künftig kommenarlos löschen. Danke fürs Verständnis. DIe BILD hat im Übrigen eine eigene fb-Seite, auf der alle, die es möchten, über BILD-Artikel diskutieren können.

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