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Antworten zur Flüchtlingsfrage gibt´s in Unna nur auf explizite Anfrage

Wer fragt, bekommt Anworten. Das gilt auch für Fragen zur Landesstelle Massen und generell zur Flüchtlingsfrage in Unna. Hinzufügen ist allerdings: Nur, wer fragt, bekommt in Unna darauf Antworten.

Nachgefragt hat am Donnerstag Klaus Göldner für die Freie Liste (FLU) im Rat, da man auf ungefragte Bürgerinformation durch die Stadt und ihren ersten Bürger vergeblich wartet(e).

Klaus Göldner

Klaus Göldner

Hintergrund: Die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in Massen ist vertraglich vereinbart auf 600, in Spitzenzeiten 800 Menschen festgelegt, jedoch im Zuge der Flüchtlingsströme überlegt. Dies hatte sich inzwischen herumgesprochen, doch Genaueres wusste man nicht. Bis die Freie Liste in Person von Klaus Göldner für die Ratsssitzung eine sieben Punkte umfassende Anfrage verfasste, mündlich gestellt, aber schriftlich vorgelegt, um bei dieser heiklen Thematik tunlichst Missverständnisse zu vermeiden.

Dass diese offizielle Ratsanfrage (nach der Rechtsverbindlichkeit der vereinbarten „Maximalbelegung“ u. ä.) überhaupt gestellt werden musste, konnte mit Blick in Nachbarstädte frustrieren. Sowohl in Bergkamen wie in Selm starteten die jeweiligen Bürgermeister (beide wie Unnas Stadtchef SPD-Männer) offensive Bürgerinformationen: Mario Löhr in Selm über die Zeltunterkunft für 1000 Menschen, Roland Schäfer in Bergkamen über das Provisorium am Wellenbad Weddinghofen für 400 Flüchtlinge. Beide begrüßten jeweils rund 400 interessierte Bürger.

Nicht einmal vier „normale“ Bürger (jenseits politischer Bindung oder Pflicht) wohnten am Donnerstag im Ratssaal der Information des Unnaer Bürgermeisters über die aktuelle Situation der Landesstelle bei. Aus Desinteresse? Eher aus Nichtwissen, es hingen ja keine Einladungsplakate in der Stadt herum. Allein die FLU selbst hatte ihre Anfrage an Kolter zuvor publik gemacht.

Kolter II

http://rundblick-unna.de/landesstelle-ueberbelegt-so-lange-wie-die-krise-es-gebietet/

Dies alles war nicht nur für die FLU interessant, doch gefragt hatte sonst keiner. Und als Kolter kraftvoll anhub: „Ich bin der Meinung, dass sich das Land NRW in einer außergewöhnlichen Krisensituation befindet und wir dem Land Zeit geben müssen!“ – da brauste laut und demonstrativ Beifall auf. Mit manchem kopfschüttelnden Blick zu FLU-Chef Klaus Göldner herüber – als solle der sich dafür schämen, „so eine Frage“ überhaupt gestellt zu haben.

Die da so stürmisch dem Bürgermeister zuklatschten, schienen sich allerdings nicht bewusst zu sein, dass sie auch Göldner applaudierten – denn ohne seine mutige Anfrage (dass sie mutig war, zeigten die Reaktionen darauf) hätte es auch in dieser Ratsssitzung weder ein klares Bürgermeisterbekenntnis noch anderweitige Landesstellen-Informationen gegeben. Nur wer fragt, kriegt momentan darauf Antworten.

Klaus Göldner zu seinem Statement befragt: „Ich habe einmal mehr gemerkt, dass unangenehme Fragen zu brisanten Themen offensichtlich nicht en vogue sind. Wenn man dennoch solche Fragen stellt, darf man nicht zart besaitet sein, wie die Ratssitzung vom Donnerstag gezeigt hat. Und trotzdem: Ich bin nicht im Rat, um everybody’s Darling zu sein. FJS sagte einmal treffend: “ Wer everybody’s Darling sein möchte, ist zuletzt everybody’s Depp.“

Kommentare (6)

  • Ernst Grundmann

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    Und Herr Kolter ? Nach den Ereignissen am Wochenende: Wie geht es jetzt in Massen weiter ??
    Oder möchten Sie Ihre Wahl am 13.9. nicht gefährden und schweigen einfach ?!? Erzählen Sie doch mal, was da jetzt auf Ihre Bürger zukommt. Jeden Tag 200 Menschen aus Dortmund ? Wird jetzt die Grundsteuer erhöht ? Wo bleiben die Leute, wenn die Landesstelle voll ist ? Wie sichern Sie den Bereich in und um die Landesstelle ?

    Klatschen diejenigen nach dem Wochenende auch noch ? Die Claqueure sollten sich was schämen !!! Wer nach wichtigen Dingen fragt, ist der Buhmann ?! Ich glaub es hackt !

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  • Jessika

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    Der Bürgermeister in Selm macht bereits seine zweite Infoveranstaltung !

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  • Wolfgang

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    Bleibt zu hoffen, dass die allgemeine Begeisterung lange anhält. 6 Milliarden für die Kommunen!? Das glaube ich erst, wenn das Geld wirklich in der Stadtkasse angekommen ist.

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  • P. Enis

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    Es ist doch mittlerweile im Gespräch die Landesstelle auf 3000 Plätze auszubauen. Wer schützt uns und unsere Kinder wenn es da zu Ausschreitungen kommt wie in suhl und diversen anderen Unterkünften? Natürlich werden die Steuern erhöht. Wie soll das denn sonst von statten gehen? Vielleicht wird der dumme deutsche Michel dann mal wach und merkt was hier passiert. Es kommen fast ausschließlich männer und die Wirtschaft schreit das sie arbeiten gehen sollen, natürlich für weniger als den Mindestlohn, obwohl ja nur Ärzte und Akademiker kommen. Dann fragt euch mal wer bald eure Arbeit erledigt.

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  • Ferdinand K.

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    Die Massener Bürger erfahren gar nichts. Wir sehen die Fernsehbilder, aber was sich auf dem Areal abspielt, wissen wir nicht….

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  • Wilfried S.

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    Dann macht doch mal richtig Druck Ferdinand. Es wird doch immer so getan, als seien die Massener Bürger mit der Situation einverstanden. Wer hinterfragt wird in die Ecke gestellt.

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