Rundblick-Unna » Anrührender Besuch von Baumsturzopfer Uwe Müller bei der Tafel – Bericht auf WDR-Mediathek

Anrührender Besuch von Baumsturzopfer Uwe Müller bei der Tafel – Bericht auf WDR-Mediathek

Die Freude bei den Tafel-Kollegen war groß – dieser Besuch rührte an. Sieben Monate nach seinem schweren Unfall durch eine umstürzende Kastanie auf der Friedrich-Ebert-Straße hat sich das Unfallopfer Uwe Müller so weit erholt, dass er seine Kollegen bei der Tafel in Königsborn besuchen konnte. Der 51jährige Familienvater war in Begleitung eines Kamerateams des WDR, das für die Lokakzeit Dortmund einen kurzen Film über Uwe Müller drehte. Der Bericht ist in der Lokalzeit-Mediathek abrufbar. Er ist sehr anrührend und intensiv.

„Was sind Sie so dünn geworden, Herr Müller!“, begrüßte Tafel-Chefin  Ulrike Trümper in dem Bericht ihren langjährigen Kollegen, „bekommen Sie in der Reha nichts zu essen?!“ Doch, lächelt Uwe Müller, aber die lebensgefährlichen Verletzungen haben eben ihren Tribut gefordert. Über 30 Kilo hat der schwerst Verletzte seit jenem verhängnisvollen Märzmittag, als der Baum ihn traf, abgenommen. Entgegen der Prognosen überlebte er – trotz schwerster Verletzungen des Gehirns und der inneren Organe. Im Kreise seiner Kollegen erklärt Uwe Müller, wie gern er wieder zu seiner Arbeit zurückkehren möchte. Doch es ist noch ein weiter Weg bis dahin. Schon der Besuch bei der Tafel erschöpfte den Genesenden sehr. Seine Mutter Edith Jadzinksi (71) kommt jeden Tag und kocht für ihn. Sie ist fest überzeugt, dass ihr Sohn wieder ganz der Alte wird.

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Mehr als ein halbes Jahr kämpfte sich der Tafel-Fahrer ins Leben zurück. Er geriet auf einer Dienstfahrt für die Tafel am Mittag des 31. März – als Sturm Niklas mit Orkanstärke über Unna fegte – unter eine über 100 Jahre alte Kastanie vor Café Koch, die mitsamt Wurzelballen herausgerissen wurde und auf die Fahrbahn krachte.

Die tonnenschwere Krone begrub Uwe Müller auf seinem Roller unter sich. Acht Wochen lag der Königsborner im künstlichen Koma. Bis zu seiner vollständigen Genesung ist es noch ein langer Weg.  Berufsgenossenschaft und Arbeitgeber haben sich zusammengetan, um gegenüber der Stadt die Kosten einzufordern. Das kann möglicherweise Jahre dauern.

Friedrich Ebert Straße Bäume

Die Stadt ist für Bäume auf städtischem Grund zuständig. Heute (am Samstag, 31. 10.) ließ sie eine Kastanie vor dem Haus Friedrich-Ebert-Straße Nr. 6 fällen, weil die Baumprüfung Schäden ergeben hatte. Den von Sturm Niklas gekippten Baumriesen, unter den Uwe Müller geriet, untersuchte anschließend ebenfalls ein Gutachter.

Dieser bescheinigte ihr, dass ihr kein Versäumnis vorzuwerfen sei, da sie die Kastanie ebenso wie alle anderen Bäume ordnungsgemäß über die Stadtbetriebe habe kontrollieren lassen. Der Sturz des 100 Jahre alten Baumriesen habe an dem heftigen Sturm gelegen, der an jenem Mittag mit orkanartigen Böen über Unna hinweggefegt war.

Auf unsere Berichte über Uwe Müllers Schicksal reagierten unsere Leser mit einer Flut herzlicher Genesungswünsche, denen wir uns auch diesmal anschließen. Kritisch, verständnislos und verärgert äußerten sich viele Kommentarschreiber über das Verhalten der Stadtverwaltung, die sich bis zum heutigen Tag nicht bei der Familie gemeldet und gute Besserung gewünscht hat. Dass das Unfallopfer der (immerhin städtischen) Kastanie ein Fahrer der Tafel war, wurde erst im Austausch mit Lesern in den sozialen Netzwerken bekannt.

Kommentare (6)

  • Helmut Brune via Facebook

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    Habe mir gerade den WDR- Bericht angesehen. Das geht schon unter die Haut.

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  • Jama To via Facebook

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    Es ist sehr beeindruckende Bericht!
    Das geht ja unter der Haut! Ich frag mich, wie öft bekam der Verletzte auch ein Besuch von der Tafel oder von der Stadt?!!!
    Und wer lässt die alte Bäume einbetonieren? Oder rund um die Bäume Asphalt verlegen, so dass die Wurzel sterben!!! ….
    ???
    Übrigens, ich war auch einige Zeit bei der Tafel! Nach meiner Beinbruch, gab’s noch nicht einmal ein Gute Besserung Karte oder ähnliches!!!
    Ich wünsche dem Verletzten alles gute und gute Genesung!

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Jama To, in unserem Artikel berichten wir, dass es von der Stadt immer noch keine Genesungswünsche gab.

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    • Jama To via Facebook

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      Und ich hab geschrieben das nicht von der Tafel, wo ich einige Zeit geholfen habe, keine Genesung Wünsche oder ähnliches gab!

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    • Sascha Krieg via Facebook

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      Die Stadt sollte sich wirklich schämen!Da kommt ein Mensch durch Ihr Eigentum fast zu Tode, und dann hält sie es nicht mal für Nötig,vorbei zu schauen, und nach dem Gesundheitszustand zu fragen.Die hohen Herren der Stadt sind echt das allerletzte!!!

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Dieses Verhalten ist sehr vielen komplett unverständlich, Sascha Krieg.

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