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Anders als in Unna: Schwertes Gymnasien dürfen wieder auswärtige Kinder aufnehmen

Hierfür war eine schrifliche Vereinbarung notwendig. Die beiden Schwerter Gymnasien dürfen Schüler aus dem benachbarten Iserlohn aufnehmen. Durch die gestern unterzeichnete „Beschulungsvereinbarung, die Iserlohner Schüler mit Schwerter Kindern gleichstellt, sollte das Friedrich-Bährens-Gymnasium wieder dreizügig geführt werden können. Man folge damit einer langen Tradition, sagte Iserlohns Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens, da  Kinder aus dem Iserlohner Norden schon seit langer Zeit auch die Schwerter Gymnasien besucht hätten. Diese müssen sich jetzt neuer Konkurrenz durch die frisch gegründete Gesamtschule erwehren.

Die Vereinbarung gilt zunächst bis 2022/2023 und verlängert sich bei Nichtaufkündigung automatisch immer um ein weiteres Schuljahr.

Zügigkeitsbeschränkungen in Unna:

Unnas weiterführende Schulen – die 3 Gymnasien, 2 Gesamtschulen und die inzwischen einzige Realschule in Massen – bekamen ab dem Schuljahr 2015/16 verbindliche Zügigkeitsgrenzen. Damit einher ging im Dezember 2014 im Schulausschuss der Beschluss, dass die Schulen künftig Schüler aus Nachbarstädten abweisen können – bzw. müssen, wenn ihre maximale Klassenzahl mit Unnaer Jugendlichen bereits gefüllt ist.

Der Schulausschluss beschloss das Anfang Dezember 2014 zusammen mit dem Aus für die Anne-Frank-Realschule.

Die größte weiterführende Schule der Kreisstadt, die Peter-Weiss-Gesamtschule (PWG), darf bis zu sechs Züge bilden. Werner-von-Siemens-Gesamtschule Königsborn (GEK) und das benachbarte Geschwister-Scholl-Gymnasium (GSG) werden vierzügig, Ernst-Barlach- und Pestalozzi-Gymnasium in der Innenstadt (EBG / PGU) dreizügig. Die Hellweg-Realschule-Massen (HRS), fortan einzige ihrer Schulform, wird von drei auf vier Züge erweitert.

Die jeweilige maximale Klassenzahl pro Jahrgang fußt auf den Prognosen der Schülerentwicklungszahlen für die jeweilige Schulform.

Kritik gegen die neue Ablehnungspflicht auswärtiger Schüler äußerte das PGU. Das Traditionsgymnasium an der Morgenstraße fürchtete, „dass durch das Abweisen auswärtiger Schülerinnen und Schüler die Stadt Unna ihren herausragenden Stellenwert als Schulstandort einbüßen könnte“. Auch EBG und GSG wiesen in ihren Stellungnahmen darauf hin, dass Eltern bei einem Gymnasium eher eine „Profilwahl“ vornehmen. Unterschiedliche Profilierungen hätten sich an den drei Gymnasien ausgebildet, diese seien Grundlage für die Schulwahl. Als Kompromiss stimmte der Schulausschuss folgendem Verwaltungsvorschlag vor: „Eine Veränderung der definierten Zügigkeit … bedarf der Abstimmung zwischen Schule, Schulträger und … Schulaufsichtsbehörde“ (Bezirksregierung Arnsberg). Dieser Möglichkeit will die Stadt „nicht pauschal, aber anlassbezogen“ weiterhin offen halten – je nach Anmeldeergebnissen.

Im Bild: die Bürgermeister Heinrich Böckelühr (l.) und Dr. Peter Paul Ahrens (r.), Hans-Georg Winkler (Erster Beigeordneter der Stadt Schwerte, stehend l.) und Wolfgang Kolbe (Leiter des Bereichs Schulverwaltung der Stadt Iserlohn, stehend r.).

 

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