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Albtraum für junge Mutter nach Notkaiserschnitt im Katharinen-Hospital: 29Jährige verlor 1,5 Meter Darm

Am 10. Mai 2014 bekommt die hochschwangere Desirée plötzlich starke Blutungen. Die junge Unnaerin begibt sich ins Katharinen-Hospital, wo sie während ihrer Schwangerschaft auch betreut worden ist; gut betreut, „ich war immer zufrieden.“

Im Kreißsaal wird Desirée nach 30 Sekunden in Narkose versetzt. „Als ich zu mir kam, war mein Bauch flach und mein Sohn weg.“ Notkaiserschnitt. Das Neugeborene ist direkt auf die Frühchenstation der Städtischen Kliniken Dortmund verlegt worden. Was Desirée zwar versteht, doch dennoch leidet sie. Sie hat ihr Baby noch kein einziges Mal im Arm halten können.

Doch der jungen Mutter steht noch ein regelrechter Albtraum bevor.

Wegen eines plötzlichen Plazenta-Abrisses verbringt sie einen Tag auf der Intensivstation und wechselt am Folgetag in ein normales Krankenbett. „Auf einmal schwoll mein Bauch an und schmerzte extrem“, schildert die heute 29Jährige den erschreckenden Verlauf gut 24 Stunden nach der Not-OP, für den die behandelnden Ärzte im Katharinen-Hospital jedoch keinen Anlass zur Sorge sehen. „Sie sagten mir, es sei normal, dass der Bauch nach einem Kaiserschnitt anschwillt, weil Luft hineingelangt. Auch die Schmerzen wären nach einem Kaiserschnitt üblich. Alles normal, das gehört dazu“, schildert Desirée die Versicherungen, die ihr im KK beruhigend gemacht werden.

Aber derart heftige Schmerzen? „Sie waren nicht zum Aushalten, unerträglich.“

Wieder einen Tag später. Die junge Mutter wird auf ihre energische Forderung hin ins Klinikum Dortmund verlegt. „Ich habe darauf bestanden, weil ich endlich mit meinem Sohn zusammensein wollte.“ Im städtischen Klinikum wird dann der ganze Ernst der Lage offenbar. Hier kommt die Patientin aus Unna sofort  wieder auf die Intensivstation: „Es ging mir so furchtbar schlecht. Ich hatte solche Schmerzen.“

Am 16. Mai, sechs Tage nach dem Not-Kaiserschnitt in Unna, wird ein Röntgenbild gefertigt. „Sie machten ein CT und sagten mir danach, sie müssten mich sofort am Darm operieren.“ Desirées Darm ist geplatzt. Große Mengen Stuhl befinden sich im Bauch. Und: Fadenmaterial wird gefunden.

„Genau an der Stelle, wo der Darm geplatzt war“, erzählt Desirée. Zufall? Niemals, ist sich die 29Jährige zusammen mit ihrer Anwältin sicher: Das Fadenmaterial stamme von der Not-Operation im Katharinen-Hospital.

„Entweder wurde bei dem Kaiserschnitt der Darm verletzt und rasch wieder zugenäht, ohne dass man mich anschließend darüber informierte – oder der Darm wurde beim Vernähen der Gebärmutter versehentlich mit festgenäht“, zählt Desirée die beiden Möglichkeiten auf, die aus ihrer Sicht und der ihrer Anwältin als einzige in Frage kommen.

Zu Gunsten des Katharinen-Hospitals neigt Desirée zur zweiten Variante: Es war ein Versehen. „Doch das Hospital streitet bisher ab, dass das Fadenmaterial überhaupt von dem Kaiserschnitt stammt“, zeigt sich die junge Unnaerin tief enttäuscht von „ihrem“ Unnaer Krankenhaus, indem sie sich in ihrer Schwangerschaft so wohl fühlte und bestens betreut fühlte. In einer Stellungnahme des KK, die  Chefarzt Dr. Kunibert Latos unterschrieb, heißt es gleichwohl: Das Fadenmaterial stamme nicht von dem Kaiserschnitt, sondern offenbar von der Darm-OP im Klinikum Dortmund.

Bei dieser Operation verlor die 29Jährige im Übrigen anderhalb Meter ihres Darms. Sie wird ihr Leben lang an Durchfall leiden, muss dauerhaft Medikamente nehmen. Über ihren Bauch zieht sich eine riesige Narbe. Vor sechs Wochen, erzählte uns Desirée bei einem langen Gespräch am heutigen Nachmittag (Freitag), hatte sie ihre letzte Narben-OP. Sichtbar wird die folgenreiche Operation für immer bleiben.

Momentan liegt der Fall beim Gutachter. Desirée wartet gemeinsam mit ihrer Anwältin auf das Ergebnis. „Sollte das Katharinen-Hospital danach nicht einlenken, klage ich“, erklärt die 29Jährige sehr entschlossen. Sie habe sich, fügt sie hart hinzu, in diesen wenigen Tagen im Mai „im Katharinen-Hospital wie ein Stück Fleisch gefühlt – nicht wie ein Mensch.“

Fehler passieren, schließt Desirée. „Aber man muss zu diesen Fehlern stehen.“


Katharinen-Hospital II

Unsere Redaktion bat das Katharinen-Hospital natürlich um eine Stellungnahme. Diese schickte uns das Krankenhaus sofort zu. Dieselbe Erklärung bekamen vorab auch schon zwei private Fernsehsender, die über den Fall berichteten. Die Stellungnahme hier im Wortlaut:

Es wird geschildert, dass Frau Desiree … . zur Zeit gesundheitliche Beeinträchtigungen habe. Dazu möchten wir an dieser Stelle unser Bedauern aussprechen.

Frau … . kam im Mai 2014 in einer bedrohlichen medizinischen Notfallsituation zu uns in das Katharinen-Hospital. Ihr und insbesondere ihrem ungeborenen Kind konnten wir in dieser schwierigen Situation helfen.

Auf Initiative von Frau … . wurde inzwischen zur Klärung ihrer derzeitigen gesundheitlichen Situation ein gutachterliches Verfahren aufgenommen. Wir unterstützen und begleiten intensiv das Gutachterliche Verfahren der Ärztekammer.

Dieses Verfahren hat erst in diesem Sommer begonnen und wird bis zu einer ersten konkreten Aussage sicher noch einige Zeit in Anspruch nehmen. In diesem Zusammenhang möchten wir betonen, dass auch uns eine Klärung der Geschehnisse sehr wichtig ist.

Wir bitten um Verständnis, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt in diesem laufenden Verfahren sowie unter Beachtung der Schweigepflicht keine detaillierten Aussagen zu der angesprochenen Situation machen können.“

 

Kommentare (26)

  • Nicole Hudson via Facebook

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    Ich habe auch auch schlechte Erfahrungen vor und auch zu Geburt meines Sohnes gemacht. Das Krankenhaus hat sehr nachgelassen und ist nicht mehr so gut wie es mal war. Alles Gute der jungen Mutter ?

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  • Jasmin Schhr via Facebook

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    Ich war superzufrieden mit dem katholischen Krankenhaus! Super Hebammen und super Ärzte.

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  • Sabrina Sommer via Facebook

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    Ein jahr davor habe ich ebenfalls einen Kaiserschnitt gehabt, geplant. Auch ich hatte Komplikationen. Drei Tage war ich zusammen mit meiner Familie daheim, bis mein mann mich mit einer riesigen schwarzen ,stinkenden blase an meiner Kaiserschnitt Narbe zurück ins Katharinen brachte. Vor unserer Entlassung hatte auch ich einen geschwollenen roten Bauch und schmerzen, die ich von meinem notkaiserschnitt meiner ersten Tochter absolut nicht kannte. Mein Mann brachte mich also wieder dorthin und ich bekam eine notop. Schwere sepsis und nekrotische fasziitis War meine Diagnose. Keiner wusste ob ich überlebe oder nur noch als pflegefall das kh verlasse. Eine Woche ca intensiv und knapp drei Monate stationärer Aufenthalt. Drei Monate die man meiner Familie und mir nie mehr zurück geben kann.
    Als ich die Ärzte damals fragte woher so was kommen könnte, bekam ich zur Antwort „zu enge Unterwäsche getragen“.
    An dieser Stelle möchte ich aber nochmals dem intensivpersonal und dem Team der Chirurgie danken ….ihr seit spitze!

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    • Nicole Hudson via Facebook

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      Ach du meine Güte :( Hoffe es dir wieder besser und konntes dich davon erholen. Bei meinen Sohn der 2013 geboren wurde haben die beim regelmäßigen abhören das 7mm Loch in der Herzkammern nicht gehört. Und das macht eindeutige Geräusche.

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    • Sabrina Sommer via Facebook

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      Ach du schei**! Hoffe euch geht es auch wieder gut und ihr habt euch erholt! ?
      Wir haben uns berappelt, aber vergessen werden vor allem meine mittlerweile achtjährige und ich nie. Finde es erschreckend, wieviele Fehler dort geschehen.

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    • Christin Schorn via Facebook

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      Du arme. Hoffe das jetzt alles gut ist. Hattest du denn keine Hebamme ? Meine hat jeden Tag auf meine Narbe geschaut

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    • Sabrina Sommer via Facebook

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      Ich werde Tag täglich durch meine riesige Narbe daran erinnert und meine große Maus, knabbert ebenfalls noch gut daran. Ich hatte eine wundervolle Hebamme, die mich des öfteren in den drei Monaten auf der Station der Chirurgie besuchte und mich mit viel Herz aufgebaut hat und von der Entwicklung meiner kleinen Maus berichtete. Durfte meine Kinder am Anfang ja auch nicht sehen!

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  • Jana Kröner via Facebook

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    Sowas hört man ziemlich häufig aus dem kath. Kh. Ich würde dort auch nie wieder entbinden!!!

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  • Svenja Dogan via Facebook

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    Ich hatte 2012 einen ks und War super zufrieden! ! Top Ärzte und Hebammen

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  • Melina Mroncz via Facebook

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    2009 und 2011 Kaiserschnitte und alles gut. Super Hebammen und Ärzte

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  • Angelina Rautmann via Facebook

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    Also ich würde dort auch nicht mehr entbinden sowas von unfreundlich sind die zu mir gewesen das geht garnicht

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  • Nathalie

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    Ich habe meine Tochter mittlerweile 8 Jahre auch dort entbunden Ende vom Lied war eine Symphysensprengung und nen Muskelfaserriss im Hintern durch ein Fehlverhalten der Ärzte würde auch jedem davon abraten und unfreundlich obendrein

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    • Christin Schorn via Facebook

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      Ich hatte wärend der SS schon die Symphyse entzündet und deswegen bekam ich auch einen KS um einer Sprengung vorzubeugen. Waren in der SS denn schon Beschwerden in der Symphyse da ?

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  • Christin Schorn via Facebook

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    Ich war auch sehr zufrieden dort. Aber Fehler können passieren. Nur sollte man dann dazu stehen.

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  • Jenni Wessolek via Facebook

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    Bor krass ich habe jetzt auch von mehreren Freundinnen gehört das sie da sehr unzufrieden waren ich hatte allerdings keine Probleme da alles gute der Mutter

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  • Eva Van Lier via Facebook

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    In einigen Dingen mag das KK ja in Ordnung sein, aber die GYN ist echt nicht der bringer, hab es oft von Freunden gehört, bei einer guten Freundin miterlebt und auch selbst schon erleben müssen. Ich hab meine Kinder in Herdecke bekommen und würde jedes weitere ebenso dort zur Welt bringen. Ein Weg der sich allemal lohnt!

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    • rustikali

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      … ein Weg, der sich lohnt? … naja, wenn man eine Frühgeburt fürchtet und Wehen hat, fährt man ins nächstgelegene Krankenhaus!! Alles andere wäre unverantwortlich!

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  • Sabrina Müller via Facebook

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    Jennifer Glas

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  • Sabrina Müller via Facebook

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    Jennifer Glas

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  • Ohana

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    Auch ich habe keine positive Erfahrung machen können. Mein Sohn kam 2012 auf die Welt per Notkaiserschnitt. Ich selbst habe Diabetes. Seine Herztöne waren sehr schwach. Man vorderste es fast eine Woche heraus, seine Herztöne waren bei 38. da entschied man sich dazu ihn zuholen. Danach sackte sein Zucker runter auf 16. sie warteten die ganze Nacht ab. Am Morgen waren seine Herztöne sehr schlecht, sei Zucker lag bei 6. der Rettungswagwn mit Notärzten kam, sie brachten ihn nach Hamm auf die Frühchen-Intensiv. Er kämpfte 6 Wochen lang mit Erfolg. Seine Lunge war „zusammen“ gefallen. Sein Zuckerspiegel schlecht und er musste an die Beatmung. Er hatte so eine schwere Zeit. Dieses hätte alles anders laufen können und müssen, wenn sie eher reagiert hätten.
    Heute ist er 2 Jahre alt und mein kleiner Held ❤️
    Er wird immer ein settigungs Problem haben wegen seiner Lunge.
    Hätte ich es damals nach Brackel geschafft, wäre ich zur Entbindung dorthin gefahren.

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  • Helmut Brune via Facebook

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    Ich hoffe, dier Fall wird in aller Ehrlichkeit und Gerechtigkeit geklärt!! Wenn da fehlerhaftes Handeln vorliegt, was zum Verlust von 1,5 Metern Darm geführt hat und den dazugehörigen, lebenslangen Folgen, dann sollte wirklich alles, bis ins Detail untersucht werden.

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  • Frank Schneider via Facebook

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    Tascha Nasch

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  • Kyra R Feldhege via Facebook

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    Ich habe auch im katholischen kh entbunden auf natürlichen wege vor 2 Jahren und würde dort nie wieder entbinden

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  • Desiree

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    Im Juni 2011 hab ich meine Tochter ebenfalls per Notkaiserschnitt Kathrinen KH zur Welt gebracht.
    An diesem Tag hatte ich meine kleine den ganzen Tag noch nicht richtig gespührt. Auf an anraten meiner Hebamme sind wir dann ins KH gefahren.
    Nach 5 min sagte mir die Hebamme dort vor Ort das sieht nicht gut aus. Dann kam der Arzt dazu der mich dann sehr von oben herrab fragte was ich den hätte, warum ich den so aufgelöst sei. Er untersuchte mich und meinte es sei alles in Ordnung, man müsste nicht handeln.
    Meine Beleghebamme sah das allerdings anders, sie sagte dem Arzt wenn er jetzt nichts tun würde, würde sie den Chefarzt des kh informieren.
    Darauf hin wurde meine kleine geholt, sie wurde tot geboren, Apgar-Werte waren 0/0/0.
    Sie wurde dann reanimiert, 7 min lang, bis sie geatmet hat. Sie wurde mit dem Fetomaternalem Transfusionssyndrom geboren, dass bedeutet sie war blutleer. Sie wurde dann ins Klinikum Dortmund gebacht wo ihr das leben gerettet wurde.
    Der Arzt sah aber wie geschrieben damals kein Grund zu handeln, wenn nur ein bisschen länger gewartet worden wäre, hätten wir heute keine Tochter.

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    • rustikali

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      Das berührt mich zutiefst! Ich hoffe, und wünsche, dass die Kleine keine bleibenden Schäden davongetragen hat …..

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  • Desi Ree

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    Im Juni 2011 wurde meine Tochter ebenfalls per Notkaiserschnitt im katholischem KH auf die Welt geholt.
    An diesem Tag hatte ich sie den ganzen Tag noch nicht richtig gespürt, auf anraten meiner Beleghebamme sind wir dann ins KH gefahren. Die Hebamme vor Ort sagt schon nach 5 min ctg, dass sieht nicht gut aus. Dann kam der Stationsarzt schaute kurz aufs ctg und meinte sehr von oben herab was ich den hätte, warum ich den so aufgelöst sei.
    Er untersuchte mich, sehr unsanft und meinte dann nur alles in Ordnung, man müsste nicht handeln. Meine Beleghebamme die mittlerweile auch da war, sagt dann das Kind muss sofort geholt werden, würde der Arzt nichts tun, würde sie den Chefarzt des KH informieren.
    Daraufhin wurde sie geholt. Sie wurde tot geboren, ihre Apgar-Werte waren 0/0/0. Nach dem sie 7 min reanimiert wurde konnte sie wiederbelebt werden.
    Meine Kleine wurde mit dem Fetomaternalem Transfusionssyndrom geboren. Das bedeutet sie war blutleer.
    Von der Ankunft bis zur Geburt sind fast fünf Stunden vergangen, er sah halt kein Grund zu handeln…
    Sie wurde dann ins Klinikum Dortmund gebracht, dort wurde ihr das Leben gerettet. Danke ans Klinikum Dortmund.

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