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„Aktion Steckbrief“: Bürger helfen Polizei mit „fetten Belohnungen“ bei Verbrecherjagd

Wer einen Verbrecher überführen hilft, bekommt eine Belohnung – eine „fette Belohnung“, ausgesetzt von Privatleuten. Gegen die zunehmende Gewaltkriminalität auch in ländlichen Gegenden haben sich Bürger im Hochsauerlandkreis zu einer neuen Form der Selbsthilfe zusammengeschlossen: zur Aktion „Steckbrief HSK“.

Sie soll die Arbeit der Polizei nicht konterkarieren, sondern unterstützen. Hinter der Steckbrief-Aktion  verbirgt sich eine private Fahndungsseite. Wer hilft, Straftäter zu finden, darf – freilich erst nach Verurteilung – eine Belohnung erwarten.

„Immer wieder wurden Bürger zusammengeschlagen, ausgeraubt und zum Teil schwer verletzt oder es wurde randaliert und Sachschaden hinterlassen. Opfer kann jeder von uns sein“, heißt es auf der Homepage Aktion Steckbrief“, die getitelt ist: „Wer gibt sachdienliche Hinweise zur Aufklärung folgender Straftaten? Es winken fette Belohnungen!“

„Unsere Initiative soll die Arbeit der Polizei unterstützen und anerkennen“, betonen die Initiatoren. „Die Auslobung der Belohnung in der Presse dient einer breiteren Solidarität zwischen Polizei, Bevölkerung und Opfer; und der Täter bekommt für die Zukunft Angst, auch vor Informanten.“ Die Aktion seit mit dem Landrat und der Polizei abgesprochen.

Die Rechtsanwaltskanzlei Mühlenbein und Kollegen tritt als Vermittler auf. Die Belohnungen werden nach rechtskräftiger Verurteilung der Täter ausgezahlt. Auf handfeste Erfolge kann die Initiative freilich noch nicht verweisen. 1.000 Euro lobte sie vor einigen Monaten bei der Polizei aus, als eine junge Frau mit Kinderwagen in Brilons Innenstadt ausgeraubt wurde. „Die Polizei reagierte prompt mit einem zusätzlichen Fahndungsartikel in der örtlichen Zeitung“, nennen die Organisatoren einen Erfolg aus ihrer Sicht: „Zusätzlicher Presseauftritt, zusätzlicher Druck auf die Täter, das Opfer fühlt sich bedacht, die Polizei dto. Auch wenn bislang in der Sache kein Fahndungserfolg. Kosten: null.“ Das Ziel seit natürlich immer, den Täter aus dem Verkehr zu ziehen.

Bei der Kreispolizeibehörde Unna hat man von derartigen Eigeninitiativen bisher noch nichts gehört. Pressesprecherin Vera Howanietz wollte die Aktion in Zuständigkeit der Nachbarbehörde entsprechend nicht kommentieren.

http://www.steckbrief-hsk.de/

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