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Airport bleibt Hauptverlustbringer für Dortmunder Stadtwerke

Der Dortmunder Airport – aufgrund des Fluglärms in Unna bekanntlich umstritten – bleibt weiter ein Hauptverlustbringer für die Dortmunds Stadtwerke. Sie schrieben im vorigen Jahr wieder fette rote Zahlen: Ein Minus von 22 Millionen Euro bleibt als Bilanz für 2015 stehen. Als wesentliche Verlustbringer nannten die DSW neben höheren Rücklagen für Pensionen den Bus- und Bahnverkehr sowie den Flughafen.

Dieser wird mit von den Stadtwerken mit jährlich über 18 Mio. Euro Steuergeldern subventioniert.

Der Airport versucht mit neuen Airlines und neuen Zielen aus der Verlustzone zu fliegen, zumal er mit steigenden Passagierzahlen auch die Ausweitung seiner Start- und Landeszeiten rechtfertigen will – einmal ist er damit schon gerichtlich gescheitert. Das Oberverwaltungsgericht gab wie berichtet der Klage der Stadt Unna und einiger Anwohner statt: Keine Spätlandungen bis in die Nacht hinein.

Einen zweiten Anlauf für eine ausgeweitete Betriebserlaubnis haben die Airportbetreiber bereits angekündigt. Doch aktuell kämpfen sie eher mit den eingebrochenen Passagierzahlen bei den Türkeiflügen. Nach den Terroranschlägen dort wollen viele Urlauber in diesem Jahr auf einen Türkeiurlaub verzichten. Zugleich steuern zwei von drei neuen Airlines am Dortmunder Flughafen ausgerechnet die Türkei an:  Die Fluggesellschaften Corendon und BoraJet starteten am 27. März beide neu am Airport mit dem Urlaubsziel  Antalya. 

Als dritte Gesellschaft fliegt Small Planet für den Veranstalter Thomas Cook an ca. 20 Verkehrstagen nach Mallorca. Des Deutschen liebste Urlaubsinsel steuert auch Eurowings verstärkt an – sie bietet vier zusätzliche wöchentliche Flüge an.

Und erstmals geht´s von Dortmund aus auch nach Georgien: Wizz Air nimmt das Ziel neu ins Programm auf, und zwar ab dem 25. September, meldet das Flughafenmagazin airportzentrale.de. Der georgische Airport Kopitnari wird dann zweimal wöchentlich angesteuert. Es ist der zweitgrößte  Verkehrsflughafen Georgiens, ca. 20 Autominuten von Kutaissi entfernt. Die ca. 200.000 Einwohner-Stadt ist das wirtschaftliche, industrielle und kulturelle Zentrum West-Georgiens.

Die Flüge in die Türkei bereiten dem Dortmunder Airport allerdings Probleme: Nach den jüngsten Anschlägen wurde jeder zweite Türkeiflug gestrichen. Mit rund 100.000 Fluggästen im Jahr ist die Türkei eines der wichtigsten Reiseziele des Airports.

Kommentare (21)

  • Mike

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    Es ist und bleibt ein Riesenverlustgeschäft bezahlt von den Dortmunder Kunden der Stadtwerke.

    Eine Ausweitung der Flugzeiten wenn nichtmal die Hauptzeiten auch nur ansatzweise ausgelastet sind ist nicht nachvollziehbar zumal längere Zeiten auch steigende Kosten bedeuten und somit noch mehr Verlust.

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  • Christoph Tetzner via Facebook

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    Naja, sehr interessant auch die nicht so sprudelnden RWE Dividenden….

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Das kommt dazu, Christoph Tetzner.
      Bisher hatten die Stadtwerke den Verkauf ihrer Aktien immer abgelehnt, doch nun scheint das für Stadtwerke-Chef Pehlke kein Tabu mehr zu sein.Nach dem Wegfall der Dividende will man prüfen, was Dortmund künftig mit seinem Aktienpaket an RWE macht. Eine von mehreren Möglichkeiten sei der Verkauf der mehr als 23 Millionen Aktien. Das sei wegen des aktuell niedrigen Börsenkurses aber finanziell nicht vernünftig…

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    • Christoph Tetzner via Facebook

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      Ich glaube, dass die DEW21 wirkliche Probleme bekommt, wenn das so weiter geht.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Sind 22 Mio.Euro Miese noch nicht problematisch genug…?

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    • Claudia Wittek via Facebook

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      Ein Minus von 22 Millionen ? da frage ich mich wie lange die DEW21 das noch mitmachen wird?

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Dass die Stadtwerkekunden das so mitmachen….

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    • Claudia Wittek via Facebook

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      Ich glaube vielen ist es nicht bewusst , dass sie den Flughafen mit finanzieren. Sie wundern sich bestimmt nur über die Preiserhöhungen.
      22 Millionen das muss man sich durch den Kopf gehen lassen. Ich glaube letztes Jahr war es ungefähr auch so viel.

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    • Christoph Tetzner via Facebook

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      Rundblick Unna , für ein Unternehmen dieser Größe nicht, wenn es nicht für mehrere Jahre so ist….

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Es ist aber schon seit mehreren Jahren so, Christoph Tetzner – seit vielen, vielen Jahren.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Claudia Wittek – der Flughafen hat sein Defizit im vorigen Jahr auf 18,7 Mio. „reduziert“… mit um die 20 Mio. kam man in den Jahren davor immer ganz gut hin.

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    • Claudia Wittek via Facebook

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      Wahnsinn. Mal sehen wie lange es noch so weiter geht

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Der Airport hat eine starke Lobby.

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  • Ines Petzold via Facebook

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    Schoen waere es auch mal, wenn man vom DoA auch direkt weitere Kanareninseln (zzt. nur Fuerte) anfliegen wuerde! Den Weg nach Duedo koennte man sich zeitl. und nervlich (vollgestopfte Zuege) echt sparen!
    Und diese Reiseziele sind sicher begehrter als gen Osten oder zzt. Tuerkei.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Tja… inwieweit für diese Saison noch Umplanen möglich ist, ist sehr fraglich, Ines Petzold.

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    • Ines Petzold via Facebook

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      Keinesfalls ist das kurzfristig moegl., aber mal mittel- und langfristig vom DoA in Erwägung zu ziehen!
      Frag mich schon, ob die Flugzeuge in osteurop. Provinzen (deren Namen oft wenig sagend sind) wirklich voll werden. Bei den Zielen wie Kanaren oder Balearen spielen ggf. auch die Erteilung der Landerechte eine Rolle.

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      • Mike

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        Der Dortmunder Flughafen ist nunmal eine der Drehscheiben für Osteuropa geworden und wenn die Visafreiheit für die Türkei kommt wird es noch mehr werden.
        Ferienflüge spielen, soweit ich das durchschauen kann, in Dortmund nur eine untergeordnete Rolle.

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      • Mike

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        P.S. Fuerte war früher mal eines der Ziele von Dortmund aus, ich meine u.a. Germania hat die angeflogen, wurde anscheinend aus Wirtschaftlichkeitsgründen wieder eingestellt.

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      • Wierumer

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        vielleicht sollte der DoA in Erwägung ziehen die Türen zu schliessen bei den Verlusten der letzten und der kommenden Jahre.

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  • Sven Arnt via Facebook

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    Der Dortmunder Airport war ein rein politisches Prestigeprojekt und schon beim Bau überflüssig. Es ist kaum nachzuvollziehen, warum man bei den riesen Verlusten und negativen Begleiterscheinungen derart an dem Airport festhält. Lediglich für die Beschäftigten, denen ich absolut ihre Jobs gönne, ist das von Vorteil.

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