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ADFC-Fahrradklima-Test 2016: Hat deine Stadt ein Herz fürs Rad?

Jetzt sind die Pedalritter gefragt. Die Umfrage zum großen ADFC-Fahrradklima-Test 2016 läuft. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club ruft wieder alle Radfahrerinnen und Radfahrer bundesweit dazu auf, das Fahrradklima ihrer Städte und Gemeinden zu bewerten.

Bei der Online-Umfrage werden 27 Fragen zur Fahrradfreundlichkeit gestellt – beispielsweise, ob das Radfahren in der Stadt Spaß oder Stress bedeutet, ob die Radwege von Falschparkern freigehalten und im Winter geräumt werden und ob sich das Radfahren insgesamt sicher anfühlt. Die Gewinner-Städte werden im Frühjahr 2017 ausgezeichnet.

Beim letzten Fahrradklima-Test 2014 beantworteten bundesweit 100.000 Teilnehmer die Interviewfragen, davon 30.000 aus NRW.

Die Umfrage läuft bis zum 30. November. In diesem Zeitraum können Radfahrerinnen und Radfahrer in ganz Deutschland auf www.fahrradklima-test.de mitmachen und so auf diese Weise Impulse für bessere Radfahrbedingungen in ihrer Heimatstadt geben.

Der ADFC-Ortsverband BergKamen hat bisher noch nicht teilgenommen. Sprecher Heinrich Kissing: „Wir möchten im diesem Jahr erstmalig aktiv zu einer Teilnahme in unseren Städten Bergkamen und Kamen aufrufen. Wir erhoffen uns durch die Ergebnisse der Umfrage lebensnahe Rückmeldungen zu Stärken und Schwächen der Radverkehrsförderung und Hinweise für Politik und Verwaltung.“

Bisher ernüchterndes Fahrradklima in NRW

Das Ergebnis aus 2014 zeigte sich breit gefächert zwischen den Bewertungen von gut bis schlecht. Auch in den führenden Städten fielen die Benotungen für die Radfahrbedingungen in NRW wie bundesweit nur mäßig aus. Münster(welch Überraschung) ging bei den großen Städten über 200.000 Einwohner erneut als Sieger hervor, am unteren Ende der NRW-Skala lagen Köln, Bochum und Mönchengladbach. Die Stadt Wuppertal – beim Fahrradklima-Test 2012 noch bundesweites Schlusslicht – schaffte einen Aufstieg um sieben Plätze und machte damit deutlich, dass die Städte, die in den vergangenen Jahren mit Nachdruck den Radverkehr gefördert hatten, auch bessere Bewertungen erhielten. Insgesamt wiesen in NRW die kleineren Städte bessere Ergebnisse auf als die großen. Allen voran die Städte Reken und Bocholt, die bundesweit die besten Schulnoten über alle Einwohner-Größenklassen erhielten.

Die NRW-Spitzenreiter der verschiedenen Größenklassen lagen alle in der Region Münsterland/Niederrhein. Offensichtlich strahlt hier die niederländische Fahrradkultur über die Landesgrenze, während zum Beispiel Remscheid, Bergisch Gladbach und Hagen, Mittelgebirgsstädte ohne Fahrradtradition, sehr schlecht bewertet wurden. „Wir haben in unserer Region auf Grund der landschaftlich flachen Ausprägung ausgezeichnete Voraussetzungen zum Fahrradfahren. Unser Ziel ist die weitere Verbesserung auch des alltäglichen Radverkehrs, denn hier haben wir noch viel Nachholbedarf“, so Heinrich Kissing, Sprecher des Ortsverbandes BergKamen.

Der ADFC NRW e.V. ist mit über 36.000 Mitgliedern der größte Landesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs. In knapp 40 Kreisverbänden und 100 Ortsgruppen sind wir vor Ort aktiv. Wir setzen uns für eine umweltfreundliche Verkehrspolitik ein, fahren gemeinsam Touren und beraten in allen Fragen rund um das Fahrrad. Als Landesverband werben wir in Politik, Ministerien und Verbänden für eine Verkehrspolitik, die die Potentiale des Fahrrads ausschöpft. Dabei steht die Entwicklung einer umfassenden Radverkehrsinfrastruktur im Mittelpunkt: ein einheitliches Radverkehrssystem für Alltags-, Freizeit- und Urlaubsradfahrer und -fahrerinnen mit hohen Qualitätsstandards und guten Serviceeinrichtungen.

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