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Ade, du Nadelöhr: Marode Zechenstraßenbrücke soll 2017 für 1,1 Mio.€ „unterfüttert“ werden

Bitte warten – Einbahn. Ende November feiert das Nadelöhr auf der maroden Zechenstraßenbrücke bereits seinen 2. Geburtstag. Doch einen dritten soll es nicht mehr geben, versprechen Unnas Bürgermeister Werner Kolter und Stadtkämmerer Achim Thomae.

Die aus Sicherheitsgründen seit zwei Jahren teilgesperrte Bahnbrücke wird im kommenden Jahr stabilisiert. Sie soll eine Art Unterfütterung erhalten, einen Unterbau, stellte Kolter gestern vor der Einbringung des Doppelhaushalts 2017/2018 durch den Kämmerer kurz die geplante Konstruktion vor. „Die Gleise werden dazu tiefer gelegt.“ Das ist preiswerter, als eine komplett neue Brücke zu bauen. Im Haushalt 2017/2018, dem der Rat noch zustimmen muss, sind für die Sanierung der Zechenstraßenbrücke entsprechend 1,1 Mio. Euro vorgesehen.

Wie dringend der Neubau der Bahnbrücke an der Zechenstraße ist, spüren Verkehrsteilnehmer seit dem 30. November 2014. Das marode Bauwerk im Nordosten Königsborns wurde auf Einbahn verengt. Eine Baustellenampel regelt seither den Verkehr Richtung Hammer- und Kamener Straße (und wurde bereits zweimal sabotiert bzw. ihrer Akkus beraubt: http://rundblick-unna.de/akku-geklaut-baustellenampel-an-zechenstrasse-lahmgelegt/).

Die Bürgersteige blieben frei, werden von Radlern und Fußgängern genutzt. Als Tonnagebegrenzung gelten 30 Tonnen und als Tempolimit 30/km.

Zechenstraße Bahnbrücke

Der Hintergrund:

In Deutschland muss laut einer Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik jede zweite Straßenbrücke in kommunaler Trägerschaft saniert werden. 15 Prozent dieser Brücken sind so stark verschlissen, dass ein Neubau notwendig ist. Die Gründe liegen zum einen in einer heutigen Belastung der Brücken, wie sie zum Zeitpunkt der Planung bzw. des Baus nicht ansatzweise vermutet wurde. Zum anderen dringt bauartbedingt durch Risse in der Fahrbahn Wasser in den Brückenkörper ein und lässt die Eisenbewehrung rosten.

Auch die Brücke in der Zechenstraße weist solche Schädigungen auf. Nach der letzten (zuletzt engmaschig durchgeführten) Bauwerksüberwachung wurde jetzt die Einspurigkeit angeordnet. Der nächste Schritt müsste dann zwangsläufig die Vollsperrung sein. So weit wollen Stadt und Politik tunlichst nicht gehen, weshalb jetzt im kommenden Jahr für 30 000 Euro aus dem städtischen Haushalt eine neue Brücke komplett baufertig geplant wird. Sobald 2016 dann ein angekündigtes neues Straßeninvestitionsprogramm vom Bund aufgelegt wird, könnte – die Betonung liegt auf könnte – Unna dann unverzüglich auf die Fördergelder zugreifen.

Kommentare (3)

  • Helmut Brune

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    Zeiten und Ansprüche ändern sich. Auch Eisenbahnbrücken haben nicht das ewige Leben. Sicherheit ist Wichtiger als Geld.

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    • Silvia Rinke

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      Hier geht es nicht um Ansprüche, sondern um Einsturzgefahr.

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  • Wierumer

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    200 Meter nördlich an der Gießerstrasse ist der Bahnübergang auf Straßenniveau, 100 Meter südlich an der Heidestrasse ebenfalls. Selbst fahre ich öfters über die Gießerstrasse, habe da aber in den letzten 5 Jahren 2mal gestanden da ein Zug querte. Wobei das schon fast ein nostalgisches Ereignis ist wenn so ein Güterzug im Schritttempo vorbeifährt, gesichert mit einem fahnenschwigenden Mitarbeiter. Ich weiß nicht was eine neue Straßenführung kostet aber die Brücke an der Zechenstrasse ist überflüssig wie Hundescheiße am Schuhabsatz.

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