Rundblick-Unna » Absage der SPD an Schwerte: „Keine Auffangklassen – Integration an Schulen funktioniert!“

Absage der SPD an Schwerte: „Keine Auffangklassen – Integration an Schulen funktioniert!“

Integration in den Schulen funktioniert doch!“ Von der SPD-Kreistagsfraktion gibt´s eine klare Absage an Schwertes CDU-Bürgermeister Heinrich Böckelühr. Er forderte in einem Schreiben an den Landrat wie berichtet  „Auffangklassen“, damit Zuwanderungs- und Flüchtlingskindern zunächst einmal die Grundlagen der deutschen Sprache lernen. Sodann sollen sie in normale Regelklassen übergehen. Das bisherige „Go In„-System funktioniere nicht, kritisierte Böckelühr.

Die SPD im Kreistag hält aber gar nichts von Auffangklassen. Sie hält überzeugt am „Go In“-System fest, das Asylbewerberkinder direkt in normale Schulklassen integriert. Daher gab´s eine klare Absage nach Schwerte.

Diese fiel während eines SPD-Besuchs im  Kommunalen Integrationszentrum (KI) in Bergkamen (Schulstraße), das als landesweit erstes in einem Kreis seine Arbeit aufgenommen hat. Leiterin ist Marina Raupach. Angelika Chur, Vorsitzende des Kreissozialausschusses, ist sich sicher: „Wir haben mit dem KI eine Einrichtung, die weiß, wie gelingende Integration funktioniert.“

Das Pilotprojekt Go-In hat das Ziel, die Beschulung von Flüchtlings- und  Zuwandererkindern vernünftig zu gewährleisten. Mit im Boot sind Schulaufsicht, Schulen und die Städten und Gemeinden im Kreis. „Go-In ist der richtige Weg“, unterstrich Kreis-SPD-Fraktionsvorsitzende Brigitte Cziehso und widersprach damit vehement dem Urteil Böckelührs. „Von Anfang an werden hier die ankommenden Kinder normal beschult, an allen Schulformen und an ihren Potenzialen ausgerichtet. Der Forderung nach Auffangklassen – wie aus Schwerte – erteilen wir eine Absage. Integration von Anfang an und keine Separierung ist der richtige Weg!“

Auch wenn die Zahlen steigen und jetzt mit rund 1100 GO-In-Schülern doppelt so hoch liegen wie im Schuljahr 14/15, haben nach Auskunft von Marina Raupach fast alle Kinder und Jugendliche im Rahmen Go-In einen Schulplatz bekommen.

Ein Defizit wurde freilich eingeräumt: „Was machen wir mit Heranwachsenden im Alter von 15/16 Jahren, die erst alphabetisiert werden müssen? Hier sind unsere Systeme nicht ausreichend vorbereitet. Es muss an einzelnen Schulstandorten der konkrete Unterstützungsbedarf ermittelt werden.“ Als wichtige Botschaft von Kreissozialdezernenten Torsten Göpfert nahm die SPD-Fraktion dessen Zusicherung mit: „Keine Schule darf überfordert werden!“

Mit dem Go-In-Pilotprojekt nimmt der Kreis Unna über das KI auch am Bundesprogramm „Bildung durch Sprache und Schrift“ (BISS) teil. 13 Schulen aus dem Kreis sind mit dem KI bis 2019 dabei.

Kommunales Integrationszentrum SPD

Das Kommunale Integrationszentrum (KI)

Kümmerte sich die Einrichtung in den Anfangsjahren schwerpunktmäßig um Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien, stellen aktuell Flüchtlinge eine besondere Aufgabenstellung auch für das KI dar, bestätigte Chur. „Auch wenn wir wissen, wie es geht, ist die bloße Zahl die Herausforderung“, räumt sie ein. „Daher gehören ausreichend Personal und auch Geld  für Projekte auf den Anforderungszettel gegenüber Land und Bund.“ Das Land unterstütze die Arbeit des KI derzeit zusätzlich, berichtete Marina Raupach. 160 000 Euro sind im Rahmen des Projekts „KommAn“ für  kommunale Flüchtlingsarbeit vorgesehen, das Bergkamener Integrationszentrum erhält außerdem 1,5 Stellen zusätzlich. 50 000 Euro  stehen für das Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe bereit. Im Kreis geht ging das Geld an 18 Kooperationspartner. Vorläufer des KI war die Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA).

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