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Ab Juli Großsanierung auf Unnas Hauptstraßen – vom Ring bis zur Friedrich-Ebert-Straße

Jetzt geht´s ran an die Schlaglochpisten. Die Stadt Unna startet im Juli eine millionenschwere Sanierung ihrer innerstädtischen Hauptverkehrsstraßen – vom Ostring bis zum Massener Hellweg, vom Südring über die Feldstraße bis zur Friedrich-Ebert-Straße, insgesamt rund 27 000 qm Fläche. Sie investiert fast 2,5 Millionen Euro in dieses Mammutprogramm – nicht unbedingt, weil sie es so dringend möchte.

Vielmehr muss die Stadt zeitnah sanieren. Denn zum 1. 1. 2014 hat sie ihre Verantwortung für die Kreis- und Landesstraßen auf ihrem Stadtgebiet abgetreten ans Land und an den Kreis. Die „Baulast“ der Ortsdurchfahrten liegt damit nicht mehr bei der Stadt Unna.

Doch wie ein Mieter beim Auszug die Wohnung „besenrein“ (und häufig frisch renoviert) übergeben muss,  muss auch die Stadt die vormals ihr unterstellten Straßen vor der Übergabe ordnungsgemäß in Schuss bringen. Sprich: sanieren. Flicken. Schlaglöcher stopfen, neu asphaltieren.

Schlaglöcher

Bei den Kreisstraßen hat sie das den Kreis machen lassen und überwies ihm das Geld dafür,  980 000 Euro. Der Kreis ist auch schon munter dabei. Die 1,4 Mio. Euro umfassenden Landesstraßenssanierungen schreibt die Stadt selber aus.

33 Kilometer Straßen sind wir abgegangen“, beschreibt Volker Kahlert, Bereichsleiter Straßen- und Verkehrswesen bei der Stadt Unna, das aufwändige Unterfangen, zunächst mal festzustellen, wo überhaupt Sanierungen fällig sind. Manche Straßenabschnitte sind die reinsten Kraterlandschaften, Holperpisten offenbaren sich auch auf Gehwegen (Käthe-Kollwitz-Ring) und Kreuzungen. „Es ist ein gewaltiges Paket“,  bestätigte Kahlert heute bei der Vorstellung des Sanierungsprogramms im Rathaus.

32 Einzelmaßnahmen sind vorgesehen, gearbeitet wird ab ca. Juli in Wanderbaustellen. Markus Rüschenbaum vom beauftragten Mendener Planungsbüro erklärt, dass man zwar an mehreren Baustellen gleichzeitig arbeiten werde, nie aber an mehreren verschiedenen Stellen im Stadtgebiet.

Baustellenchaos soll, wenn irgendwie möglich, vermieden werden. Deswegen wird z. B. auch auf dem Ostring für die dort erforderlichen Sanierungsarbeiten nur eine der drei Fahrspuren gesperrt. Das Szenario einer Vollsperrung des Verkehrsrings möchte sich keiner der verantwortlichen Planer auch nur schemenhaft vorstellen, ebenso wenig kilometerlange Vollsperrungen auf der Achse Friedrich-Ebert-/Kamener Straße.

Friedrich Ebert Straße Bäume

Freilich wird an so manchen Verkehrsknotenpunkten „eine sportliche Herausforderung“ auf die Planer (und womöglich auch auf die Verkehrsteilnehmer) warten, meint Volker Kahlert nüchtern: Er sieht eine solche Herausforderung etwa bei der Neuasphaltierung des Kreuzungsbereichs Friedrich-Ebert-Straße/Afferder Weg.

Spannung verspricht auch die Maßnahme Massener Hellweg/Kleistraße oder die Sanierung einer Kreuzung, die´s wahrlich bitter nötig hat, gleichzeitig aber einen der vielbefahrendsten Knotenpunkte überhaupt in Unna bildet: Massener Straße/Feldstraße. Wo vor zwei Wochen noch einem Treckeranhänger ein Reifen platzte, wohl vermutlich wegen des insdiskutablen Straßenzustands, mutmaßten Leser…

Massener str

„Wir stehen mit den Tiefbauarbeiten vor der Ausschreibung“, skizzierte Bürgermeisterreferent Oliver Böer den Sachstand. Möglichst noch in den Sommerferien will man loslegen und vermutlich nicht bis zum Jahresende fertig sein. „Die Arbeiten ziehen sich voraussichtlich bis ins nächste Jahr“, verdeutlicht Böer den Umfang, der bisher in Unna seinesgleichen sucht.

Auf dem Sanierungsplan stehen Straßenflächen und Kreuzungsbereiche auf den folgenden Landes- und Kreisstraßen:

L 663     Dortmunder Straße
L 665     Massener Hellweg, Hansastraße , Hammer Straße
L 678     Feldstraße / Massener Straße, Käthe-Kollwitz-Ring, Südring, Ostring,      
Beethovenring, Kantstraße, Friedrich-Ebert-Straße, Kamener Straße
L 679     Fröndenberger Straße, Kessebürener Weg, Wasserstraße
L 821     Kleistraße, Massener Bahnhofstraße, Wasserkurler Straße
L 881     Hauptstraße, Zum Bröhl, Westhemmerder Dorfstraße

Kanalbaustelle Massen 2
„Es wird nicht ohne Behinderungen ablaufen. Wir operieren am offenen Herzen“, macht Kahlert klar. Denn auf den innerstädtischen Hauptverkehrsstraßen ist naturgemäß nun mal eine Menge los.  „Wir werden frühzeitig Umleitungen bekanntgeben, um die Verkehrsbeeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten“, sichert Kahlert zu.  Auch die betroffenen Anlieger sollen jeweils  zeitnah informiert werden.

Um Abstimmungstohuwabohu zu vermeiden, soll alle 32 Einzelmaßnahmen eine einzelne Tiefbaufirma abwickeln. „So lassen sich die Arbeiten einfach besser koordinieren“, weiß Markus Rüschenbaum. Schon in den Sommerferien soll´s losgehen.

Zum Hintergrund:
Zum 1. Januar 2014 ist die Straßenbaulast für die Ortsdurchfahrten an Landesstraßen und Kreisstraßen wieder an den Kreis bzw. an das Land übergegangen. Bei einem solchen Baulastwechsel müssen diese Straßen in einem ordnungsgemäßen Unterhaltungszustand übergeben werden. In einem Gutachten wurden die schadhaften Bereiche erfasst und über die Ergebnisse mit dem Kreis, bzw. dem Land entsprechende Durchführungsvereinbarungen getroffen. Mit dem Land wurde vereinbart, dass die Kreisstadt Unna die Sanierungsmaßnahmen für die Landesstraßen selbst durchführt. Die Kosten hierfür werden sich voraussichtlich auf ca. 1,4 Mio. Euro belaufen.
Die Wiederherstellung der Kreisstraßen führt der Kreis Unna selbst durch und die Stadt trägt die Kosten in Höhe von ca. 980.000 Euro. Überwiegend betroffen sind hier insbesondere Ortsdurchfahrten in den Ostgemeinden. Einige Sanierungsarbeiten hat der Kreis bereits durchgeführt.

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