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86Jährige wird an falsche „Enkelin“ gesamte Ersparnisse los

Leider zu spät wurde eine 86jährige Seniorin am Montagabend misstrauisch – sie hatte ihrer falschen „Enkelin“ bereits ihre gesamten Ersparnisse (!) übergeben, und die war damit über alle Berge.

Erneut hat der perfide „Enkeltrick“ gezogen. Nach einer über 90Jährigen in Hamm, die durch skrupellose Betrüger einen fünfstelligen Betrag los wurde (wir berichteten), traf es direkt am Montag eine weitere ältere Dame im Dortmunder Norden. Sie plünderte ihr Sparkonto unter psychischem Druck und in höchster Sorge um ihre vermeintliche Enkelin.

Diese „Enkelin“ rief die Senioron gegen 17.00 Uhr an. „Hallo Oma, ich bin´s!“ Sodann erschreckte die Anruferin die „Omi“ mit der Nachricht, sie habe gerade einen heftigen Autounfall gehabt und brauche nun dringend Geld, um den Unfallgegner zu bezahlen.

Die hilfsbereite alte Dame beruhigte die „Enkelin“ mit der Versicherung, sie habe Ersparnisse. Darauf bat die Anruferin sie, zur Bank zu gehen und dieses Geld abzuheben. Die besorgte Seniorin begab sich daraufhin zur Bank und hob ihre gesamten Ersparnisse ab. „Unterdessen rief die kriminelle Anruferin immer wieder an und übte emotionalen Druck auf die Geschädigte aus“, beschreibt die Polizei das perfide Vorgehen dieser Enkeltrick-Gauner.

Als die alte Dame wieder zu Hause angekommen war erhielt sie erneut einen Anruf, dass um 19.00 Uhr ein Taxi vorbeikommen würde. Man instruierte die Rentnerin einen Betrag dem Taxifahrer zu geben und die restliche Summe gut zu verpacken und ebenfalls zu übergeben. Der Taxifahrer fuhr vor – und die Seniorin übergab ihre gesamten Ersparnisse dem unbekannten Fahrer des „Taxis“.

Erst, als sich ihre „Enkelin“ nicht erneut meldete, wurde die gutgläubige Seniorin stutzig und verständigte anschließend die Polizei.

In diesem Zusammenhang bittet die Polizei Zeugen, die möglicherweise die Geldübergabe der Seniorin an den Fahrer des „Taxis“ in der Missundestraße beobachtet haben, sich beim Kriminaldauerdienst der Polizei Dortmund unter der Rufnummer 132 7441 zu melden. Denn der Schaden ist in diesem Fall gewaltig.

So gehen die Betrüger vor:

Sie nehmen telefonisch Kontakt mit älteren Menschen unter dem Vorwand auf, Verwandte oder gute Bekannte zu sein(„Rate mal, wer am Telefon ist“?).

Dann täuschen sie eine akute Notlage vor und bitten um hohe Bargeldbeträge, weil sie sich zum Beispiel „ein neues Auto, einen Computer oder sonstigen teuren Gegenstand gekauft und sich dabei finanziell übernommen haben“.

Der psychische Druck auf die Opfer wird durch mehrere Anrufe in kurzer Zeit erhöht (sinngemäß: „Hilf` mir bitte“).

Die Täter bitten im Verlauf der Gespräche auch um absolute Verschwiegenheit. Weil sie angeblich selbst nicht kommen können, vereinbaren sie dann mit den älteren Menschen ein geheimes Wort, mit dem sich eine ihnen noch nicht bekannte Person als berechtigt ausweisen wird, das Geld persönlich abzuholen. In zahlreichen Fällen hoben die Geschädigten nach solchen Gesprächen hohe Geldbeträge bei ihrer Sparkasse ab, „um dem Enkel oder anderen Verwandten bzw. Bekannten zu helfen“.

Wenn Sie so angesprochen werden:

Rufen Sie Ihre(n) Verwandte(n) oder Bekannte(n) unter der Telefonnummer zurück, die Sie auch bei anderen Gesprächen wählen und besprechen Sie die Angelegenheit noch einmal.

Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Sie vermuten, dass es ein Telefonbetrüger auf Sie abgesehen hat.

Wenden Sie sich auch an die Polizei, wenn Sie bereits Opfer geworden sind: die Opferschutzbeauftragten der Kommissariate Vorbeugung helfen Ihnen gerne.

Geben Sie Unbekannten auf keinen Fall ungeprüft Bargeld.

Wir empfehlen den Familienmitgliedern von Seniorinnen und Senioren:

Um Ihre älteren Angehörigen zu schützen, sprechen Sie mit ihnen und weisen auf die Methoden und verschiedenen Varianten des sog. „Enkeltricks“ der Betrüger hin.

Verständigen sie sofort nach diesen Anrufen die Polizei. “ Der Notruf der Polizei 110 ist kostenlos!“

Kommentare (2)

  • Helmut Brune via Facebook

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    Hach, wie Ärgerlich!!

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  • Andre As via Facebook

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    Am besten so einrichten das die Älteren ihr erspartes nur noch zu zweit abheben können. Z.B. mit der Tochter oder dem Sohn zusammen oder einer anderen Person des Vertrauens. Dann passiert das nicht mehr.

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