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4,7 Mio. Kosten, 700 Asylsuchende und nichts läuft ohne Ehrenamt: Eine Stadt zieht Bilanz

Eine Stadt zieht Jahresbilanz zur Flüchtlingssituation.  4,7 Mio. Euro hat Schwerte 2015 für die Unterbringung und Betreuung von Asylsuchenden aufgewendet, gab Bürgermeister Heinrich Böckelühr gestern bekannt. Das war mehr als doppelt soviel Geld wie im Vorjahr (rund 2 Mio.). Das Land erstattete lediglich 3,1 Mio. zurück, so dass 1,6 Mio. aus der Stadtkasse fließen mussten.

Die Zahl der zugewiesenen Asylsuchenden schnellte von 144 im Jahr 2014 auf 579 empor. Hinzu kommen seit Mitte August rund 150 Menschen, die in der vom Land betriebenen Notunterkunft in der Sporthalle am Stadtpark untergebracht sind (übergangsweise jeweils für einige Wochen). Aktuell beherbergt Schwerte (ca. 30 000 Einwohner) etwas über 700 Asylsuchende: 209 aus Syrien, 66 aus dem Irak, 59 aus Albanien, 35 aus Serbien und 21 aus Pakistan.

Die Sporthalle am Stadtpark wird vom Land zwar Ende Februar als Notunterkunft aufgegeben, doch die Stadt will sie nach einem kurzen Umbau weiterhin für Asylsuchende nutzen. Die betreffenden Sportvereine können die Halle damit weiterhin nicht nutzen. „Doch andere Sport- und Turnhallen zur Unterbringung sind vorerst aus dem Fokus„, begründet die Schwerter Stadtverwaltung ihre Überlegungen. Allerdings könne sich das je nach Zuweisungspraxis in den nächsten Monaten schlagartig ändern.

Dank fortlaufender Wohnraumakquise konnte die Stadt  25 Wohnungen, zwei Mehrfamilienhäuser, eine Gewerbehalle, ein Einfamilienhaus sowie eine Haushälfte anmieten – 3.400 qm Wohn- und Nutzfläche insgesamt. In diesen Liegenschaften sind zurzeit 167 Personen untergebracht. Teilweise befinden sich die Wohnungen noch in der Herrichtung und sind noch nicht belegt Die noch nicht fertiggestellten Wohnungen werden mit weiteren 112 Personen belegt.

Nachdrücklich betonte Schwertes Bürgermeister: Ohne das hohe ehrenamtliche Engagement wäre das alles nicht zu leisten gewesen und nicht zu leisten.

In Unna hat die vom Land betriebene Erstaufnahmeeinrichtung (Landessteelle) in Massen bisher Zuweisungen an die Stadt vermieden. Die in Massen untergebrachten um die 1000 Menschen (nach der beschlossenen Erweiterung 1500) werden Unna aufs Aufnahmekontingent „angerechnet“. Ob das in diesem Jahr so bleibt, ist offen, weil alles von der Zahl der insgesamt Zuwandernden abhängt. Momentan kommen täglich ca. 3000 Asylsuchende nach Deutschland.

 

Kommentare (1)

  • Mike

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    Und Schäuble will die Spritsteuern erhöhen um die Krise zu finanzieren. Da merkt man wie unsere Politiker ticken, Autofahrer sollen es mal wieder richten, wenn dann bitte Steuererhöhung für alle. Und da gab es doch die klare Aussage es gibt wegen der Krise keine Mehrbelastungen….

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