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30 Jahre Werkstatt Unna: Arbeitsminister gratuliert mit 835.000 Euro

„Jeder Mensch hat eine eindeutige berufliche Chance verdient – gegenbenfalls auch noch eine zweite.“ Mit engagierten Worten eröffnete Herbert Dörmann, Geschäftsführer der Werkstatt im Kreis Unna, am Freitagvormittag im rustikalen Werkshallen-Ambiente eine Geburtstagsfeier im größeren Stil: Bildung, Arbeit und neue berufliche Chancen für über 60 000 Menschen in der Region hat die Werkstatt im Kreis Unna seit ihrer Gründung geschaffen – seit 1984. Damit steht runder Geburtstag an.

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Weit über 100 geladene Gäste aus dem ganzen Kreis Unna fanden sich bis zum Mittag auf dem festlich geschmückten Werkstatt-Gelände an der Viktoriastraße ein, darunter die Bürgermeister aus Unna, Kamen, Fröndenberg und Holzwickede, Landrat Michael Makiolla sowie NRW-Arbeitsminiter Guntram Schneider, der als Ehrengast gleich ein entsprechend großzügiges Geburtstagsgeschenk mitbrachte: einen Förderbescheid über 835 200 Euro.

Mit diesem Geld sollen bereits ab diesem Schuljahr 116 Plätze für die „Produktionsschule.NRW“ im Kreis Unna finanziert werden. Seit dem vergangenen Schuljahr vom Land NRW gefördert und unter anderem bei der Werkstatt Unna umgesetzt, hilft diese Produktionsschule den besonders benachteiligten Jugendlichen – deren Berufschancen ohne Unterstützung gegen Null gehen. Sie bekommen Hilfe beim Einstieg in eine Ausbildung oder / und dauerhafte Erwerbstätigkeit. „Kein junger Mensch“, betonte Arbeitsminister Schneider, „darf beim Übergang von der Schule in den Beruf verloren gehen.“

In den drei Jahrzehnten ihres Bestehens hat die Werkstatt naturgemäß auch Klippen umschiffen müssen. Am heftigsten schlugen die Hartz IV-Reformen 2005 und der Kahlschlag bei der Finanzierung beruflicher Fördermaßnahmen ins Kontor. „Viele Bildungsträger überlebten das nicht“, erinnerte Dörmann an diese Krisenjahre. Die Herausforderung der Werkstatt sieht Dörmann darin, sich zu „entwickeln, ohne weiter zu wachsen.“ Das gelingt und soll weiter gelingen, nein muss auch weiterhin gelingen. Denn mit ihren 1100 Aus- und Weiterbildungsplätzen erreicht die Werkstatt jährlich 3000 Menschen aus dem gesamten Kreis Unna; obgleich nur vier der zehn Kommunen sich auch finanziell beteiligen: Fröndenberg, Holzwickede und Bönen schießen zusammen 150 000 Euro jährlich zu, den weitaus größten (freiwilligen) Zuschuss gibt die Kreisstadt Unna mit einer halben Million im Jahr. Zehn Millionen akquiriert die Werkstatt Jahr für Jahr an Fördermitteln.

Sie kooperiert seit 14 Jahren verstärkt mit Schulen – inzwischen schon mit 25 -, so dass sich jährlich ca. 2000 Schülerinnen und Schüler mit Hilfe der Werkstatt beruflich orientieren können. Die praktische Qualifizierung erstreckt sich über fast zwei Dutzend Berufsfelder, die buchstäblich ein riesiges Feld abgrasen: von Garten- und Landschaftsbau bis zur Lagerlogistik, vom Kaufmann bis zu sozialpflegerischen Berufen. Gerade ein Jahr jung ist das eigene Weiterbildungskolleg der Werkstatt, das sich mit einem breiten Angebot unterschiedlicher Abschlüsse sukzessive im Aufbau befindet.

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