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3 Tage Haft – oder 3 Euro Geldstrafe: plus 1030 Euro Verfahrenskosten…

Entweder 3 Tage Haft – oder 3 Euro Geldstrafe. Plus die Kosten des Verfahrens: 1030 Euro. Kein verfrühter Aprilscherz.

Beamte der Bundespolizei überprüften gestern früh am Dortmunder Flughafen eine 19-jährige Frau aus Rumänien. Es stellte sich heraus: Gegen sie lag ein Vollstreckungshaftbefehl vor. Entweder drei Tage Haft oder wahlweise drei Euro Geldstrafe. Die Kosten des Verfahrens kamen aber noch obendrauf – sie betrugen stattliche 1.030,- Euro…

Die 19-Jährige war im September vom Amtsgericht Gera wegen Diebstahls verurteilt worden,  zu einer Geldstrafe von 75 Tagessätzen a 1,- Euro. Alternativ: 75 Tage Haft. Die junge Frau entschied sich für die Alternative. Sie saß die Ersatzfreiheitsstrafe in den Gefängnissen Chemnitz und Gera ab… aber nur 72 Tage…

Fehlten diese drei Tage, und auf diese war die Strafvollstreckung im aktuellen Haftbefehl festgeschrieben.

Die drohende erneute Festnahme konnte die 19Jährige an Ort und Stelle abwenden. Sie zahlte – ja, 3 Euro Ersatzgeldstrafe. Plus: 1033 Euro Verfahrenskosten, die inzwischen aufgelaufen waren. Ohne mit der Wimper zu zucken, schreibt die Polizei, öffnete die junge Rumänin ihre Geldbörse und zählte den Beamten exakt 1033,- Euro auf die Hand…

Schlusssatz dieser skurrilen Mitteilung: „Um 07.20 Uhr verließ sie die Flughafendienststelle und konnte ihren Flug mit Ziel Bukarest antreten.“ Mit 1033 Euro weniger in der Tasche. Aber: Hauptsache als freie Frau…

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