Rundblick-Unna » 17-Euro-Überweisung für „Waffenfähiges Plutonium“ – Terrorverdacht…?! Bank kündigt Fröndenberger Kunden das Konto

17-Euro-Überweisung für „Waffenfähiges Plutonium“ – Terrorverdacht…?! Bank kündigt Fröndenberger Kunden das Konto

Das fand die Bank gar nicht witzig. „Ankauf von waffenfähigem Plutonium“ stand im Freitext auf einem Überweisungsträger über 17 Euro, den ein Fröndenberger Bankkunde eingereicht hatte – dieser war die längste Zeit Kunde bei der Commerzbank Iserlohn. Sie kündigte die Geschäftsbeziehung postwendend. Ohne Begründung. Waffenfähiges Plutonium – das genügte.
Der Terrorverdächtige aus Fröndenberg nennt sich selbst seit diesem skurrilen Erlebnis nur noch „Carlos“, nach dem berüchtigten Terroristen der 70er und 80er Jahre. Sein Kollege, an den der offenbar doch etwas unseriös wirkende Überweisungsauftrag adressiert war, hatte ihm kürzlich zuvorkommend einen Kasten Warsteiner besorgt.
Warsteiner
„Was für mich, aufgrund der daraus resultierenden Kopfschmerzen, ,waffenfähiges Plutonium´ ist“, begründete uns „Carlos“ im Vieraugengespräch seinen durchaus ernst gemeinten „Verwendungszweck“, der bei seiner Bank dann aber dummerweise ernster ankam, als es beabsichtigt war.
„Carlos“ will übrigens aus triftigen Gründen unerkannt bleiben. Wir können versichern: Es gibt ihn. 
Carlos
Jedenfalls eingedenk der üblen Folgen seines Warsteinerverzehrs fügte „Carlos“  seiner bescheidenen 17-Euro-Überweisung den folgenschwangeren Vermerk unter „Verwendungszweck“ zu: „Ankauf von waffenfähigem Plutonium“. „Daran hatten die von der Bank  scheinbar weniger Spaß als ich“, kommentiert er, schlagartig ernüchtert. Denn praktisch postwendend kündigte die Commerzbank die Kontobeziehung. 
Begründung? Keine. „Laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Bank nicht erforderlich„, erläutert „Carlos“, verrät jedoch, dass ihm ein Mitarbeiter der Bank den Kündigungsgrund „off record“ offenbarte: Dieser Verwendungszweck, Plutoniumankauf, hätte denn offenbar doch eine Spur zu unseriös gewirkt…
Die Commerzbank verweist in ihrem Antwortschreiben (das unserer Redaktion vorliegt) auf ihre AGB. Da kann der Kunde nicht viel machen.
„Es tut uns leid, dass die außerordentliche Kündigung …. Ihren Unmut hervorgerufen hat“, heißt es in der höflich-knapp gehaltenen Erwiderung auf „Carlos“´ Aufklärungsbegehr. „Als Privatbank sind wir nicht zur Unterhaltung von Geschäftsbeziehungen verpflichtet. Wir können Konten jederzeit kündigen. „ (Verweis auf die AGB.)
Die AGB haben Sie zu Beginn der Geschäftsbeziehung anerkannt. … Darüber hinaus steht Ihnen auch kein Aufklärungsanspruch zu.“ (Verweis auf einen Bundesgerichtsentscheid vom 15. Januar 2013 – XI ZR 22/-12.)  „An der Kündigung … halten wir fest und werden uns zu den Gründen nicht äußern.“

Bloß zum Spaß hat „Carlos“ mal ausgerechnet,  wieviel „waffenfähiges Plutonium“ man für 17 Euro bekommt. „1 kg Plutonium dieser Güte (so es zu erhalten wäre) kostet 20 Millionen Euro. Wenn man denn davon ausgehen würde, dass es auf dem freien Markt (zum Beispiel im Mühlenberger Lädchen) für 20 Mio. pro kg angeboten würde… heißt  ergo… für 17 Euro kriegte ich 0,00085 Gramm. Klingt nach einem verheerenden Anschlag, oder?“ 
Die Commerzbank hat die Überweisung im Übrigen – trotz des für sie terroristischen Hintergrundes – ausgeführt….
Eine neue Hausbank hat „Carlos“ noch nicht gefunden, da seine falschen Pässe zur Zeit alle abgelaufen sind.
„…..schlussendlich muss die Frage erlaubt sein“, fügt der geschasste Kunde streng hinzu, „welche Terroristen sich durch eine solche Nutzung des Freitextes outen und ob die Banken, im Sinne des Geldwäschegesetzes, ihr Augenmerk nicht auf Überweisungen mit etwas höheren Summen richten sollten.“
Und nicht zuletzt bleibt anzufügen, dass „Carlos“ in einer seiner genutzten Identitäten sogar im Staatsdienst tätig ist – und dieses nun abrupt pulverisierte Konto als Gehaltskonto für diese Tätigkeit genutzt wurde…Für Überweisungen mit subversiven Anschlagshintergründen will „Carlos“ ab dato den Überweisungszweck „Bekannt“ benutzen.

Offen bleibt zum Schluss dieser bombigen kleinen Episode die Frage, was in einem Überweisungsfreitext eigentlich erlaubt und was verboten ist. Müsste man sinnvollerweise wissen,  um sich vor abrupter Kündigung zu schützen. Ist zum Beispiel „Inquisition“, „Kreuzzug“, „Dschihad“ erlaubt – oder was wäre z. B. mit der Überweisung des Kaufpreises für eine „Eisbombe“ …?

Kommentare (26)

  • Helmut Brune via Facebook

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    Ich kann es auch nicht Witzig finden.

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  • Heike Petruschke via Facebook

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    Finde ich gut weg mit dem konto

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  • "Carlos"

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    SILENCE!…..I kill you!

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  • Dominik Potempa via Facebook

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    Sehr lustig und die Bank versteht keinen Spaß ????

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  • Sascha Hu via Facebook

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    Wurde die Überweisung den durchgeführt? 😀

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    • Silvia Rinke

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      Sascha Hu: Ja; es steht im Bericht, dass die Bank den Überweisungsauftrag artig ausgeführt hat. :-) Erst danach wurde dieser Kunde mit dem seltsamen Humor entfernt.

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  • Luenne

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    Hm also früher haben wir immer solche Sachen eingetragen wenn wir uns geld überwiesen haben da hat es die sparkasse nicht gestört. Ist aber auch bestimmt 10 Jahre her .-)

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  • Cornelia Pankau via Facebook

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    Nach dem ersten Prusten gefriert einem dann doch das Lachen im Gesicht- dürfen die das lesen? Dann weiß ja jede Bank, wer was wann wo für wen bezahlt/überweist. Datenschutz?

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    • Lydia Arnheim via Facebook

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      Das fragen Sie nicht ernsthaft?

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    • Cornelia Pankau via Facebook

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      Doch. Verwendungszweck geht rein niemanden etwas an. Ganz ernsthaft. Datenschutz!! Ein Briefträger darf auch die Postkarten nicht lesen.

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    • Britta Riedel via Facebook

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      Ähm. Wenn du das in den Verwwndungszweck schreibst, dann geht der Text an deine Bank und die leitet ihn an die Bank des Empfängers weiter. Und natürlich werden alle Details deiner Transaktion bei den beteiligten Banken gespeichert. Und der Mitarbeiter der dein Konto führt kann das auch sehen, sowie sein Chef und vermutlich jemand in der EDV etc. Das ist aber doch nichts ungewöhnliches. In der Bank hast du sogar den grossen Vorteil, dass diese Informationen dem Bankgeheimnis unterliegen und die Mitarbeiter das nicht ausplaudern dürfen. Es gehört aber zur Arbeit der Bank über deine Transaktionen Bescheid zu wissen. Willst du das nicht: zahl bar. ?
      Aber überlege mal, wer noch alles Daten von dir sammelt und speichert. Insofern immer etwas aufpassen, was du welchem Unternehmen für Daten zur Verfügung stellst.

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    • Cornelia Pankau via Facebook

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      Ja eben, Bakgeheimnis, also ich stell mir das wie Schweigepflicht vor- und deswegen ein Konto kündigen verstößt dann dagegen, so meine Auffassung davon jedenfalls. Klar, eine Ansichtskarte kann dein Nachbar auch lesen, wenn sie aus dem Kasten ragt- darf er aber nicht. Daher ist mir das Ganze ein wenig….krude.

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    • Sven Jensen via Facebook

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      Genau aus diesem Grund verweist die Bank ja auf die AGB und nennt keinen offiziellen Grund für die Auflösung. Wenn sie das täten, hättest du recht. Inoffiziell ist uns allen der Grund klar, kann die Bank aber jederzeit dementieren und gut ist es für die

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    • Cornelia Pankau via Facebook

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      Ja, das ist mir klar. Deswegen mein Ärger. Ohne Angabe von Gründen nach einem solchen Vorfall zu kündigen ist offensichtlich. Und es beweist damit indirekt den Verstoß gegen den Datenschutz. Das müsste gesetzlich neu geregelt werden. In Verwendungszwecken herumzuschnüffeln ist nun einmal ein Verstoß und muss geahndet werden. Sich hinter selbstgeschaffenen AGB’s zu verstecken hebelt den Datenschutz aus. Daher mein Ärger.

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  • Lars Köhle

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    Die Bank liest sie nicht nur, sie wertet sie aus und kündigt scheinbar Kunden wenn Ihnen der Text nicht passt, und dass obwohl dieser „Freitext“ nur für das Verständnis zwischen Sender und Empfänger gedacht ist.
    Selbst wenn der Sender eine Bezahlung für Konzertkarten der bekannten Band „Waffenfähiges Plutonium“ in Auftrag gegeben hätte, wäre ähnliches passiert.
    Was ist in „Freitexten“ zwischen 2 bestimmten Personen denn erlaubt und was verboten? Gibt die Bank darüber irgendwo ein Handbuch raus?
    Ich dachte bis dato, dass mit den Kontrollen der Banken diesbezüglich nur die Geldwäsche überwacht werden soll!?

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  • Margarethe Strathoff

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    musste es umbedingt Plutonium sein? Wahrscheinlich hatte die Bank angst, selbst in die Luft gesprengt zu werden? Ein bisschen Atommüll ist wahrscheinlich günstiger :) Ja, ja das Waffengesetz und die Anti-Terrortruppe macht es den heutigen Bombenlegern nicht einfach :) *schmunzel*

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  • Lars Köhle

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    Naja, er ist, zumindest aus Sicht der Commerzbank, scheinbar kein lukrativer Kunde.
    Wahrscheinlich hat er immer nur Guthaben auf dem Konto! 😉

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