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137 Sachen, wo 70 km/h erlaubt sind: 440 €, 2 Punkte, 2 Monate Fahrverbot

Da verwechselte jemand eine Landstraße in Werne mit einer Autobahn. Mit sagenhaften 137 Stundenkilometern brauste gestern Mittag ein Raser in eine Tempokontrolle der Kreispolizeibehörde auf der Südkirchener Straße – an der Messstelle ist die Maximalgeschwindigkeit 70 geboten.

Diesen Raser erwarten ein Bußgeld in Höhe von 440 Euro, zwei Punkte im Fahreignungsregister und zwei Monate Fahrverbot. Insgesamt wurden an dieser Messstelle 29 Verwarngelder erhoben und neun Ordnungswidrigkeitenanzeigen gefertigt.

Von 123 gemessenen Fahrzeugen fuhren 38 zu schnell. Die höchste gemessene Geschwindigkeit lag bei 137 km/h bei hier außerorts zulässigen 70 km/h.

Auf der Südkirchener Straße gab es in jüngerer Vergangenheit tödliche Unfälle. Hier unser Bericht vom 2. April 2015:

Bei einem tragischen Verkehrsunfall hat am Mittwochabend eine 21-jährige Frau nach einem Frontallaufprall auf der Südkirchener Straße (zu Werne gehörig) ihr Leben verloren. Eine 34jährige Pkw-Fahrerin aus Schwerte wurde schwer verletzt.

Wie die Polizei gegen Mitternacht mitteilte, war die 21Jährige gegen 18:15 Uhr außerhalb geschlossener Ortschaft in Richtung Südkirchen unterwegs. Aus  bisher noch ungeklärter Ursache kam sie plötzlich von der Straße ab; sie geriet in den Gegenverkehr und prallte dort frontal mit dem Geländewagen einer 34Jährigen aus Schwerte zusammen.

Die Schwerterin wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht; sie ist schwer, nach ersten Mitteilungen aber nicht lebensgefährlich verletzt. Für die 21-jährige Frau aus Südkirchen kam jedoch jede Hilfe zu spät. Sie verstarb trotz notärztlicher Behandlung noch am Unfallort.

Den Sachschaden – bei solchen schlimmen Meldungen nur als Randnotiz erwähnt – beziffert die Polizei mit 15 000 Euro. Die Südkirchener Straße wurde für etwa viereinhalb Stunden gesperrt.

Erst fünf Monate zuvor, am 25. Oktober 2014, waren bei einer ähnlichen Tragödie ebenfalls auf der Südkirchener Straße (im Grenzbereich zum Kreis Coesfeld) zwei junge Menschen gestorben und drei weitere Unfallbeteiligte teils schwer verletzt worden. Wir berichteten über diesen Unfall. Ein 20-jährige Polofahrer aus Nordkirchen prallte früh um 1 Uhr in Begleitung einer 18-jährigen Frau und eines 17-jährigen Jugendlichen auf dem Weg nach Werne frontal mit einem Taxi (Mercedes E-Klasse) zusammen. Auch bei diesem Unfall ist nicht klar, wieso der Polo auf die Gegenfahrbahn geriet.

Den 20Jährigen und die 18Jährige auf dem Beifahrersitz konnten die Rettungskräfte nur noch tot aus dem völlig zerstörten Polo bergen, den 17Jährigen im Fond mit schwersten Verletzungen.

Und auch das Todesopfer von Ostermontag vorigen Jahres war gerade erst 20 Jahre alt: Dieser junge Mann, der einen Mercedes-Sportwagens fuhr, geriet um 10.15 Uhr auf regennasser Fahrbahn ins Schleudern und prallte mit solcher Wucht gegen einen Baum am Straßenrand, dass die Feuerwehr ihn nur mit schwerem Gerät aus dem Wrack bergen konnte. Auch dieser 20Jährige starb noch am Unfallort.

Damit sind binnen eines Jahres bereits vier junge Menschen bei Unfällen auf der Hauptverbindungsstraße zwischen den Kreisen Unna  und Coesfeld getötet worden.

 

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